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Literatur : Self-Publishing: Alternative zum traditionellen Verlag

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Self-Publishing ist eines der großen Schlagwörter auf der Frankfurter Buchmesse 2013. Was bringt es, seine Werke im Internet auf eine Plattform zu stellen?

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 16:57 Uhr

Frank Krings, der das Thema Self-Publishing auf der Buchmesse betreut, erklärt im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa, wie solche Plattformen funktionieren, welche Texte dort erfolgreich sind und welche Voraussetzungen Autoren dafür mitbringen müssen.

Frage: Welche Rolle spielt Self-Publishing heute?

Antwort: In den USA gibt es schon erste Self-Publishing-Bestseller, etwa «Wool» von Hugh Howey. Im deutschen Markt ist das sicher noch im Anfang, aber man sieht das ja bei vielen digitalen Trends, dass sie sehr schnell eine Eigendynamik bekommen können. Nele Neuhaus hat übrigens auch mit Self-Publishing angefangen.

Frage: Wer bietet solche Plattformen an?

Antwort: Einerseits gibt es die etablierten Verlage, die jetzt eigene Self-Publishing-Plattformen aufbauen. Und es gibt Start-Ups, die noch nie ein Print-Buch herausgegeben haben, die aber im Netz sehr fit sind - die das Buch digital denken.

Frage: Wie funktionieren solche Plattformen?

Antwort: Der Autor lädt seinen Text hoch und setzt einen Preis fest, sagen wir 3,99 Euro. Wenn jemand das Buch kauft, gehen 70 Prozent an den Autor und 30 Prozent an die Plattform. Ab einer gewissen Menge von Downloads kann das auch richtig viel Geld bringen.

Frage: Welche Texte verkaufen sich da gut?

Antwort: Gegenwärtig funktionieren Texte besonders gut, die sich auch bei E-Books gut verkaufen: Erotik, Science-Fiction, Horror, Thriller - eher eingängige, populäre Themen. Also eher «Fifty Shades of Grey» als eine Anthologie antiquarischer Werke aus dem kaiserlich-königlichen Österreich.

Frage: Sind das die gleichen Autoren wie bei Selbstkosten-Verlagen?

Antwort: Nein, das war ja eher für eine private Leserschaft gedacht und lief mehr auf einer Hobby-Ebene. Im Self-Publishing hat der Autor schon einen professionellen Anspruch und will eine gewisse Reichweite erzielen. Die Autoren sind meist auch jünger und digital affin.

Frage: Welche Vorteile und welche Nachteile hat das für Autoren?

Antwort: Man kann sehr schnell in den Markt reingehen, stößt nicht auf einen Gate-Keeper, der sagt: hopp oder topp. Der Autor muss also nicht mehr unbedingt durch das Nadelöhr Verlag gehen. Dafür muss er dann aber alles selbst machen: vom Lektorat über Covergestaltung bis zum Marketing.

Frage: Wie findet man denn seine Leser?

Antwort: Die Abnehmer sind Menschen, die E-Reader haben und Bücher digital lesen. Ideal ist das für Leute, die gut vernetzt und in vielen Social Media präsent sind. Wenn jemand schon 10 000 Follower auf Twitter hat, hat er es als Self-Publisher einfacher als ein No-Name.

Self-Publising auf der Messe

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