Literatur : Schuld und Vergebung: Monika Marons «Zwischenspiel»

Die 60-jährige Ruth hat ihre Freundin und einstige Schwiegermutter Olga verloren. Auf dem Weg zu ihrer Beerdigung strandet sie in einem Park, wo sie von rätselhaften Erscheinungen, «impressionistischen» Bildern heimgesucht wird.

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05. November 2013, 14:57 Uhr

Nicht nur Olga taucht plötzlich auf und verwickelt sie in ein Gespräch, auch andere Menschen aus ihrer Vergangenheit sind auf einmal wieder lebendig. Etwa der alte Freund Bruno, ein begabter Schriftsteller, der im Suff versank. Sogar das gealterte Ehepaar Honecker geistert vorbei. Noch einmal wird Ruth mit ihrem Leben konfrontiert, Trennungen, die sie vollzog, Abschiede, die ihr auferlegt wurden, Neuanfänge, die sie suchte.

Welche Schuld hat sie bei alldem auf sich geladen, welches Unrecht haben andere ihr angetan und kann Schuld vergolten werden? Es sind schwierige Lebensfragen, die sich in Monika Marons Buch «Zwischenspiel» stellen. Doch all das thematisiert sie auf leichthändige Weise. Sehr menschlich und weise behandelt dieses kleine Buch Grundfragen der menschlichen Existenz.

- Monika Maron: Zwischenspiel, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 191 Seiten, 18,99 Euro, ISBN 978-3-10-048821-3

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