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Literatur : Russische Familiengeschichte: «Die Listensammlerin»

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Berlin (dpa) – Sofia hat eine merkwürdige Marotte: Sie sammelt Listen, Listen mit Namen schöner Menschen, mit Büchern, die sie zum Weinen gebracht haben oder mit möglichen Allergien. Doch noch eine andere Person in ihrer Familie pflegte diesen Tick, ja war sogar ein absoluter Profi darin.

Auf morschem Papier und in kyrillischer Schrift hat ihr Onkel Grischa seine Listen hinterlassen. Sofia entdeckt auf diese Weise einen faszinierenden Querkopf und Charmeur, begnadeten Erzähler und Faxenmacher, der sich und andere aber auch in große Gefahr brachte. – Lena Gorelik («Hochzeit in Jerusalem») erzählt in «Die Listensammlerin» eine russische Familiengeschichte aus zwei Perspektiven, aus der Sofias und der Grischas. Vom heutigen Deutschland wechselt die Erzählung in die Sowjetunion der Stalinzeit und wieder zurück. Problematisch ist dabei, dass Grischas Geschichte so viel eindrucksvoller und liebevoller dargestellt ist als die Sofias. Aus den zwei Strängen wird so leider kein gelungenes Ganzes.

Lena Gorelik: Die Listensammlerin, Rowohlt Verlag, Berlin, 352 Seiten, 24,95 Euro, ISBN 978-3-87134-606-4

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erstellt am 24.Sep.2013 | 18:31 Uhr

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