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Literatur : Reich-Ranicki war beim Lesen «sehr gründlich»

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Marcel Reich-Ranicki war beim Lesen sehr gründlich. Mit den Büchern, die er rezensierte, habe er «intensiv gearbeitet», sagte der Marburger Germanist Prof. Thomas Anz im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2013 | 09:33 Uhr

«Es gibt dicke Unterstreichungen, Ausrufezeichen und Fragezeichen am Rand, aber kaum Notizen.» Reich-Ranicki habe sich schwer getan, handschriftlich zu schreiben, er habe fast alles mit der Maschine getippt.

Anz leitet eine Forschungsstelle, die sich mit der Bedeutung von Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland beschäftigt. Die mittelhessische Universität erbt einen Großteil der Bibliothek des Literaturkritikers, der vergangene Woche gestorben war und an diesem Donnerstag (26.9.) in Frankfurt beigesetzt wird. Mehr als 1000 Bücher hat «MRR» schon 2006 der Hochschule vermacht. Der Rest werde nach Rücksprache mit seinem Sohn im Oktober oder November dieses Jahres abgeholt, sagte Anz.

«Seinen Lesespuren zu folgen und sich so seine Arbeitsweise zu erschließen, ist ein wissenschaftlich äußerst spannendes Unterfangen», sagte Anz, der seit 2010 die «Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland» leitet. Sie archiviert alle Zeitungsartikel, die Reich-Ranicki veröffentlicht hat und die von ihm selbst gesammelt wurden, seine Buchpublikationen, Bücher über ihn, seine Bibliothek und diverse Arbeitsmaterialien.

Prof. Anz

Bibliothek

Arbeitsstelle

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