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Literatur : «Phobia» - Wulf Dorns neuer Thriller gruselig wie nie

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Psycho-Thriller gibt es wie Sand am Meer, kaum einer aber nimmt den Begriff so wörtlich wie Wulf Dorn. Der Autor aus dem schwäbischen Landkreis Günzburg in Bayern betont in seinen Büchern das Psycho im Thriller und setzt sich immer wieder mit psychiatrischen Phänomenen auseinander.

Wahnvorstellungen waren schon dabei, das Stalking-Thema - und jetzt sind es die Phobien, die den Autor umtreiben. «Phobia» heißt sein neuer Roman. Und er ist anders als seine Vorgänger. Vor allem ist er deutlich gruseliger.

Für das neue Buch verlässt Dorn (44), der 20 Jahre lang Psychiatrie-Patienten betreute, die Kleinstadt, die in seinen Erfolgsbüchern «Trigger», «Kalte Stille» und «Dunkler Wahn» bislang zum Schauplatz seiner Geschichten wurde. In «Phobia» geht es nach London - schon seit Edgar Wallace ein gutes Pflaster für Kriminalgeschichten.

Dort fällt die heile Welt der hübschen Sarah in sich zusammen, als eines Tages nicht ihr Mann spät nachts nach Hause kommt, sondern ein Fremder mit entstelltem Narbengesicht, der sich für ihren Stephen ausgibt und auch noch dessen Anzug trägt. Von ihrem Mann fehlt jede Spur.

Der Fremde hat ihn entführt, da ist sich Sarah sicher. Doch auch als ihr Mann nach Tagen nicht wieder nach Hause kommt, glaubt die Polizei ihr die Geschichte vom Narbenmann nicht so recht. Im Übrigen sei ihr Mann doch auf einer Geschäftsreise und der Fremde habe nichts gestohlen.

Hilfe bekommt sie erst von ihrem Kindergartenfreund, dem Psychologen Mark, der nach langer Zeit zur Beerdigung seines ehemaligen Professors nach London zurückkehrt - seinerseits gezeichnet von einem furchtbaren Schicksalsschlag. Nach und nach kommen die beiden dem unheimlichen Narbenmann auf die Spur - weil der das so will. Denn er ist auf einer Mission.

Spannend ist das, was Dorn da erzählt - auch wenn die Auflösung nach der Spannungskurve etwas mau daherkommt. Er stellt Fragen nach Selbstbetrug, Selbstbestimmung, Glück und streift dabei auch noch das wohl dunkelste Kapitel der jüngsten Londoner Zeitgeschichte.

Am interessantesten aber ist der Nebenstrang über den Psychologen Mark, der den mysteriösen Tod seiner Freundin nicht verwinden kann und gepeinigt wird von grauenvollen Alpträumen und dem Klang einer durchdringenden, furchteinflößenden Stimme. Das klingt schwer nach Fortsetzung.

- Wulf Dorn: «Phobia». Heyne-Verlag München, 400 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-453-26733-6

Website Wulf Dorn

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erstellt am 09.Okt.2013 | 17:57 Uhr

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