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Literatur : Neues Buch von Vargas Llosa zollt moralischen Helden Tribut

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Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa hat einen neuen Roman herausgegeben, mit dem er zum Kampf um Prinzipien und Werte ermuntert und den moralischen Helden ein Denkmal setzen möchte.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 11:27 Uhr

«El héroe discreto» kam am Donnerstag im Alfaguara-Verlag in Spanien und Lateinamerika in die Buchläden.

«Wir leben leider in einer Welt, in der die Ambitionen oft dazu führen, dass Prinzipien und Werte über Bord geworfen werden und in der skrupellos Straftaten begangen werden», klagte der 77 Jahre alte Autor bei der Präsentation des Buches am Mittwochabend in Madrid. Korruption sei eine Bremse für die Entwicklung. Sein Roman wolle daher Tribut zollen «an die anonymen Helden, die als moralische Reserve der Gesellschaften» agierten, sagte er.

Vargas Llosa lässt den Roman um Erpressungen und Racheakte in seinem wirtschaftlich aufstrebenden Heimatland Peru spielen, in der Hauptstadt Lima sowie in Piura, wo der Autor seine Kindheits- und Jugendjahre verbrachte. Im Mittelpunkt stehen zwei Geschäftsleute, die auf eigene Weise ihr Schicksal bestimmen wollen. Die eine Hauptfigur ist der Kleinunternehmer Felícito Yanaqué, der das Opfer einer Erpressung wird, die andere der erfolgreiche Versicherungschef Ismael Carrera, der im Streit mit seinen faulenzenden Kindern liegt.

Das Werk ist nach Angaben des Verlags voller Humor, weist aber auch melodramatische Züge auf. Auf Deutsch soll das Buch unter dem Titel «Ein diskreter Held» bereits in wenigen Tagen bei Suhrkamp erscheinen. Vargas Llosas letzter Roman «El sueño del celta» (Der Traum des Kelten) war vor drei Jahren, im Jahr 2010, erschienen, als der Peruaner den Nobelpreis gewann. Das Werk wurde damals allerdings von Teilen der Kritik zerrissen.

Der Autor, der 1963 mit «La ciudad y los perros» (Die Stadt und die Hunde) einem breiten Publikum bekanntgeworden war, besitzt neben der peruanischen auch die spanische Staatsbürgerschaft. An ein Aufhören denkt der Wahlmadrider überhaupt nicht. «Seit langem sage ich, dass ich gern schreibend sterben würde. Man muss auch im Alter so leben, als sei man unsterblich», sagte er am Mittwoch.

Mitteilung des Verlags

Buch bei Suhrkamp

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