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Literatur : Neue Asterix-Macher wollen an Goscinny anknüpfen

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«Die spinnen, die Schotten!» Womöglich ruft Obelix dies im neuen, mit Hochspannung erwarteten Band 35 «Asterix bei den Pikten». Nichts Genaues weiß man nicht. Es gilt strengste Geheimhaltung vor dem Erstverkaufstag am 24. Oktober.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 13:27 Uhr

Buchhändler und sogar die PR-Leute mussten per Selbstverpflichtung Stillschweigen garantieren - sonst drohen rund 5000 Euro Strafe. Auch die neuen Macher, Autor Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad, müssen sich auf die Lippen beißen. «Am Anfang machte das auch ein bisschen Angst. Ich habe einen Schrecken bekommen, als meine kleine Nichte mitgehört hat und anschließend etwas im Internet landete», sagt der Autor Ferri.

Die Geheimniskrämerei gehört im dpa-Interview von Ferri und Conrad auf der Frankfurter Buchmesse zum Vermarktungskonzept - «Harry Potter» lässt grüßen. Aber Fans verstehen den Hype: Es geht um den ersten Asterix-Band, der nicht aus Albert Uderzos Feder stammt. Der 86-jährige Zeichner hatte die Comic-Reihe nach dem Tod des legendären Texters René Goscinny 1977 allein weitergeführt. Seine Nachfolger suchte er sich nun selbst aus. Und konnte noch nicht ganz loslassen. «Weil Uderzo hauptsächlich Zeichner ist, ist es auch normal, dass er bei mir mehr angemerkt und interveniert hat», sagt Conrad. «Bei der Story hat er sich wenig eingemischt», ergänzt Ferri.

Die vorherigen Bände «Gallien in Gefahr» (2005) und «Asterix & Obelix feiern Geburtstag» (2009) fielen bei der internationalen Comic-Kritik eher durch - die Fans trauern bis heute René Goscinny nach. «Ich habe mich an die Asterix-Bände gehalten, die ich am besten fand. Goscinny war in der ganzen franko-belgischen Comic-Geschichte einer, der über allen stand», erklärt der als schwarzhumoriger Sprachkünstler bekannte Ferri entsprechend. «Als Albert Uderzo die Stories selber schreiben musste, hat er sich an Goscinny orientiert, aber es war normal, dass man ein paar Abstriche machen musste.»

Der in Hollywood lebende Zeichner Conrad gibt zu, dass es natürlich «super schwierig» gewesen sei, den Uderzo-Stil exakt zu kopieren. Er nahm während der intensiven Arbeit sogar 18 Kilogramm ab. Aber Conrad schmiss nicht hin wie sein Vorgänger Frédéric Mébarki. Der war mit dem hohen Erwartungsdruck nicht klargekommen. Vor mehr als einem halben Jahrhundert war der erste Band erschienen. Seither wurden die Alben nach Verlagsangaben in mehr als 111 Sprachen übersetzt und mehr als 325 Millionen Mal verkauft.

Was weiß man nun über das neue Werk? Zumindest dieses bisschen: «Pikten» bedeutet so viel wie «Die Bemalten» und ist auf die «Tätowierungen» des Volkes im heutigen Schottland zurückzuführen. Ob Idefix dem Ungeheuer von Loch Ness begegnet, Asterix einen Whiskey trinkt oder jemand Dudelsack spielt, ist aber noch völlig unklar. Immerhin ist schon bekannt, dass Obelix der schottischen Tradition des Baumweitwurfs nachgehen wird. Das sieht man auf dem Albumcover, das in Paris bereits enthüllt wurde. Die Journalisten bekamen auf der Frankfurter Buchmesse in einer Presse-Tüte ein Buch geschenkt. Es sieht genauso aus wie Band 35. Darauf gedruckt das Titelblatt. Aber darin nur viele, viele leere Seiten. Es gilt strengste Geheimhaltung!

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