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Literatur : «Mehmet» will trotz Haftbefehls zur Buchmesse

vom

Der in Deutschland gesuchte Serienstraftäter «Mehmet» will seine Autobiografie bei der Frankfurter Buchmesse vorstellen. Sein Anwalt Burkhard Benecken bestätigte am Mittwoch entsprechende Pläne. Er habe bei der Staatsanwaltschaft in München die Aussetzung des Haftbefehls und bei der Stadt Frankfurt eine sogenannte Betretenserlaubnis für seinen Mandanten beantragt, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die «Bild»-Zeitung hatte über den Fall berichtet.

Dass es in der kommenden Woche tatsächlich zu einem Auftritt des inzwischen 29 Jahre alten Muhlis Ari bei der weltgrößten Bücherschau kommt, sei aber «eher utopisch», sagte eine Sprecherin des Münchner riva Verlags, in dem die Autobiografie erscheint. Benecken räumte der Aktion hingegen sehr große Chancen ein. «Bei jedem anderen Ausländer würde es genehmigt werden - wir hoffen auf Gleichbehandlung», sagte er.

Sowohl das Amtsgericht München als auch das Ordnungsamt in Frankfurt bestätigten den Eingang der Anträge. Wann die Entscheidungen fallen, war zunächst unklar. In seinem Buch «Sie nannten mich Mehmet. Geschichte eines Ghettokindes» beschreibt Ari gemeinsam mit seinem Ghostwriter Christoph Straßer seine Kindheit in dem Münchner Problembezirk Neuperlach und wie sein Leben in den Fokus der Medien geriet.

Ari hatte Ende der 1990er Jahre für Aufsehen gesorgt, weil er bereits mit 14 Jahren mehr als 60 Straftaten wie Körperverletzung oder Diebstähle verübt hatte. Der in München geborene Türke war zunächst 1998 ohne seine Eltern ausgewiesen worden, durfte aber wieder zurückkehren. Im Jahr 2005 wurde er wegen neuer Taten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, floh jedoch in die Türkei.

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erstellt am 02.Okt.2013 | 13:21 Uhr

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