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Literatur : Kinder und Jugendliche beleben den Buchmarkt

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Die Welt scheint noch in Ordnung zu sein bei Büchern für Kinder und Jugendliche: Sie lesen fast ausschließlich auf Papier, ihre Bücher stammen zumeist aus der Buchhandlung um die Ecke, ein schönes Buch darf auch mal ein bisschen mehr kosten.

Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die am 9. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde, legt das nahe.

«Entgegen aller Schwarzmalerei sind es gerade Kinder und Jugendliche, die mit großer Begeisterung lesen», sagt der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis. Diese These stützt auch eine Umfrage der Kampagne «Vorsicht Buch!», die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde: Für 45,5 Prozent aller 14- bis 19-Jährigen sind Bücher ein wichtiger Bestandteil des Lebens.

Auf der Frankfurter Buchmesse nimmt das Thema daher von Jahr zu Jahr mehr Raum ein. Zu der traditionell von Kinderbuchverlagen dominierten Halle 3.0 kommen immer mehr Veranstaltungsorte. Neu ist in diesem Jahr ein kugelrundes Riesenzelt namens «Kids Bubble» im Innenhof des Messegeländes für Lesungen, Signierstunden und Fotoshootings. Zahlreiche Veranstaltungen widmen sich den Jüngsten, am Donnerstag etwa ein Seminar, wo Verlage lernen können, wie sie aus ihren Geschichten «eine ganzheitliche Produktstrategie» entwickeln.

Derzeit sieht es jedoch eher so aus, als wäre das - noch - vergebliche Liebesmüh'. Nur zwei Prozent der Kinder- und Jugendbücher wurden 2012 als Hörbuch gekauft, E-Books machten sogar nur ein Prozent aus. Dennoch setzten fast alle Verlage parallel auf diese Karte, sagt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj), Renate Reichstein. Geld verdient man damit nicht, aber man will nichts verpassen.

Eigentlich sehen die Zahlen nur auf den ersten Blick gut aus: 14,3 Millionen Menschen haben 2012 Kinder- und Jugendbücher gekauft - 2009 gab es erst 13,1 Millionen Käufer. Aber sie erwarben im Durchschnitt nur noch 4,8 Titel - 2009 waren es noch 5,5 Bücher gewesen. Folglich sinken Absatz und Umsatz. Die Studie speist sich aus zwei Quellen: einem Verbraucherpanel, für das monatlich 25 000 Buchkäufer über ihr Kaufverhalten befragt werden, und einer Umfrage, für die 1978 Buchkäufer im April und Mai über Meinungen und Einschätzungen befragt wurden.

Dabei wären die Käufer durchaus bereit, höhere Preise zu zahlen, weiß GfK-Managerin Simone Zinner. Dafür aber müsste die Aufmachung stimmen, was laut Umfrage nicht immer der Fall ist. «Ein Teil der Konsumenten ist der Meinung, dass die Verlage der Gestaltung nicht genug Aufmerksamkeit widmen.» Die jungen Leser wünschen sich mehr Illustrationen und eine bessere Ausstattung.

«Grandios» findet die avj-Vorsitzende aber einen ganz anderen Aspekt: den steigenden Männeranteil. Nicht nur Väter kaufen mehr, vor allem Jungs holen sich ihre Lektüre zunehmend selbst, bevor ihnen Oma was Falsches schenkt. In der Gruppe der 10- und 11-Jährigen kaufen fast genauso viele Jungs Bücher wie Mädchen. «Es sind die Jungs, die den Markt beleben.»

Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen

Kinder- und Jugendbuch auf der Messe

Umfrage «Vorsicht Buch»

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erstellt am 09.Okt.2013 | 15:17 Uhr

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