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Literatur : Handke über Pilze, Narren und das Leben

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Die einen loben das neue Handke-Buch als großartig, die anderen empfinden die Sprache wie so oft als gestelzt: Der «Versuch über den Pilznarren» ist nach Verlagsangaben der Abschluss von Peter Handkes fünfteiliger «Versuchsreihe» - davor hatte er über den «Stillen Ort» sinniert.

Diesmal berichtet der Ich-Erzähler, ein Schriftsteller, über einen Jugendfreund, der zum Geldverdienen Pilze sammelt. Aus dem Nebenjob des Jungen wird eine tiefe Leidenschaft des erwachsenen Juristen - und später eine Sucht, die dessen Beziehung zu Frau und Kind zerstört. So wie der 70-jährige Österreicher Handke mit der Sprache und den Perspektiven auf die Geschichte jongliert, so lässt sich das Buch aus verschiedenen Blickwinkeln lesen. Einer davon ist, dass der Erzähler und der Pilznarr zwei Seiten einer einzigen Person sind, und diese viel mit der Realität und mit Handkes Sicht auf das Leben zu tun hat.

Am Ende jedenfalls wird der Bericht über den Freund zum Märchen und Handke schreibt: «Das Märchenhafte, im Fall des Falles, ist das Allerwirklichste, das Notwendige.»

(Peter Handke: Versuch über den Pilznarren. Eine Geschichte für sich, Suhrkamp Verlag, Berlin, 217 Seiten, 18,95 Euro, ISBN 978-3518423837)

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erstellt am 15.Okt.2013 | 09:43 Uhr

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