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Kulturpolitik : Goethe-Medaille an ausländische Autoren und Verleger

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Der iranische Übersetzer und Autor S. Mahmoud Hosseini Zad, der indische Verleger Naveen Kishore und der griechische Autor Petros Markaris sind in Weimar mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet worden.

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erstellt am 28.Aug.2013 | 13:21 Uhr

Sie erhielten die Ehrung am Mittwoch, Goethes 264. Geburtstag, für ihre Begeisterung für die deutsche Sprache und die Vermittlung deutschsprachiger Literatur und Kultur in ihren Heimatländern.

Die Medaillen werden vom Goethe-Institut vergeben. Präsident Klaus-Dieter Lehmann sagte bei der Zeremonie im Stadtschloss: «Mehr denn je sind in der internationalen Wahrnehmung Kultur und Bildung entscheidende Elemente für unser Zusammenleben - oder noch zugespitzter ausgedrückt - für unser Überleben.»

Ohne ein kulturelles Verständnis, ohne Dialogfähigkeit «wird unsere Welt immer weniger lesbar», sagte Lehmann. Und Literatur sei in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Gattung der Kunst, «da sie die Gesellschaft spiegelt, sie verhandelt, sie vermittelt.»

Der Autor und Journalist Wolfgang Günter Lerch nannte den Iraner Hosseini Zad in seiner Laudatio einen Kulturvermittler von Rang. Er habe mit seinen Übersetzungen die Iraner mit den wichtigen deutschen Werken des 20. Jahrhunderts bekanntgemacht - von Klassikern wie Brecht und Dürrenmatt bis zu Uwe Timm, Judith Hermann, Hartmut Lange oder Ingo Schulze. Viele seiner Übersetzungen seien mit Preisen ausgezeichnet und mehrfach aufgelegt worden, was auf dem iranischen Buchmarkt außergewöhnlich sei, hieß es in der Begründung des Goethe-Instituts.

Naveen Kishore ist Leiter des Verlags Seagull Books in Kalkutta. Er besitzt den Angaben zufolge die weltweiten Publikationsrechte auf Englisch für Autoren wie Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Peter Handke und Hans Magnus Enzensberger. Mit der Gründung der Reihe «The German List» habe er die Bedingungen für die Rezeption deutschsprachiger Literatur in englischer Sprache nachhaltig verändert. Verlegerin und Lektorin Elisabeth Ruge nannte Kishore einen «homme des lettres, in einer etwas anderen Wortbedeutung, ein Bücherliebhaber, ein Verfechter und Förderer der Weltliteratur, ein echter Verleger.»

Petros Markaris gilt als der bekannteste zeitgenössische griechische Autor. «Wo alles glattgeht, da langweilt sich Markaris. In den Welten der Widersprüche fühlt er sich dagegen wohl», sagte die Journalistin Christiane Schlötzer als Laudatorin. Der scharfe Beobachter, sozialkritische Geist und humorvolle Schreiber ist in Deutschland durch seine Romane um den Athener Kommissar Charitos bekannt. Seine Übersetzung von Goethes «Faust» ins Griechische bezeichnete Markaris als anstrengendes Abenteuer.

Goethe-Institut

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