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Museen : Ein neues Haus für Heinrich von Kleist

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Heinrich von Kleists Geburtsstadt Frankfurt (Oder) spendiert ihrem berühmten Sohn ein neues, modernes Haus. Schutz gegen Hochwasser, klimatisierte Räume, mehr Platz: «Wir haben zum ersten Mal die Möglichkeit, die Sammlungen konservatorisch angemessen zu lagern», sagt Museumssprecherin Anette Handke.

Das Haus hat mit mehr als 34 000 «Bestandseinheiten» - Bücher, Handschriften, Kunstwerke - den Angaben zufolge die momentan umfangreichste Dokumentation zu Kleist und seinem literaturgeschichtlichen Umfeld.

Der Museumsneubau und die künftige Dauerausstellung zu Leben und Werk des Dichters (1777-1811) sind von diesem Freitag (18.10.) an der Öffentlichkeit zugänglich. Zur offiziellen Eröffnung am Donnerstag ist auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) eingeladen. «Das ist einer der wichtigsten Museumsneubauten in Brandenburg in den letzten Jahren», erklärt Handke. Rund 5,4 Millionen Euro haben sich die Stadt als Bauherrin, das Land, der Bund und die Europäische Union das Museum im Zentrum der Grenzstadt nahe der Oder kosten lassen.

Das schlichte Gebäude mit seiner Natursteinfassade aus Dolomit steht direkt neben dem alten Museum. Ein Durchgang verbindet den Neubau mit seiner regelmäßig gegliederten Fassade mit dem Barockbau. In der neuen Dauerausstellung werden Leben und Werk des Dichters getrennt in den jeweiligen Häusern präsentiert. Das Kleist-Museum wurde 1969 in der früheren Garnisonsschule eingerichtet. Heute ist es als kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung im «Blaubuch» der Bundesregierung verzeichnet.

Nur zwei Jahre nach den umfangreichen Feierlichkeiten anlässlich des 200. Todestages von Kleist widmet sich die Stadt damit wieder verstärkt dem Schriftsteller. Im März 2011 war der erste Spatenstich für den Neubau gesetzt worden. Schon damals war auch Neumann dabei. Der Kulturstaatsminister würdigte den Verfasser von Werken wie «Der zerbrochene Krug» und «Michael Kohlhaas» als jemanden, «der heute in vielem als Wegbereiter der Moderne gilt». Kleist stehe mit seinem Werk in besonderer Weise für das «Erbe unserer Kulturnation».

Die neue Dauerausstellung trägt den Titel «Rätsel. Kämpfe. Brüche. Die Kleist-Ausstellung». Das passt zu dem unsteten Leben Kleists mit seinen zahlreichen Reisen, dem zu Lebzeiten weitgehend versagten Ruhm und seinen Krisen. Kleist war Sohn eines preußischen Offiziers. Als er 14 Jahre alt war, trat er in die Armee ein - am Ende waren es für ihn «sieben verlorene Jahre». Kleist starb im Alter von nur 34 Jahren: 1811 nahm er sich mit Henriette Vogel am Berliner Wannsee das Leben.

Die Arbeiten an dem Neubau standen unter der Federführung von Lehmann Architekten (Offenburg/Berlin). Das Gebäude mit vier Ebenen ist nach Angaben des Museums 26 Meter lang und 12 Meter hoch. Der Museumsstandort hat neben der Ausstellung Platz für die Sammlungen, die Bibliothek, einen Veranstaltungsraum und für die Mitarbeiter.

Ursprünglich sollte der Neubau schon im Frühjahr eröffnet werden. Doch das kalte Wetter verzögerte laut Handke die Arbeiten. Dazu habe auch das Prozedere rund um eine Spezialwanne beigetragen, die die wertvollen Stücke schützen soll - damit nicht die nahe Oder bei Hochwasser die bedeutende Kleist-Sammlung zerstört.

Informationen zum Kleist-Museum

Kleist-Festtage

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erstellt am 16.Okt.2013 | 11:47 Uhr

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