Literatur : Die verbotene Liebe des ersten deutschen Kaisers

Dagmar von Gersdorf portraitiert historische Personen.
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Dagmar von Gersdorf portraitiert historische Personen.

Den ersten deutschen Kaiser Wilhelm I. kennt man nur als in Würde ergrauten gesetzten alten Mann. Es fällt schwer, dieses Bild mit dem jugendlichen Liebhaber in Einklang zu bringen, den uns Dagmar von Gersdorff in ihrem Buch «Auf der ganzen Welt nur sie» präsentiert.

shz.de von
11. September 2013, 11:43 Uhr

Die Romantik-Spezialistin («Caroline von Humboldt», «Das Leben der Karoline von Günderrode» ) schildert einfühlsam von der großen Liebe des späteren Kaisers zu der schönen Prinzessin Elisa Radziwill, die er in seiner Korrespondenz schwärmerisch «die Ewige» nennt. Diese Jugendliebe fand jedoch keine Erfüllung. Der königliche Vater widersetzte sich einer Heirat, weil Elisa zwar von altem Adel, aber doch nicht ebenbürtig war. Wilhelm ging später eine Vernunftehe ein, Elisa blieb unverheiratet und starb jung.

Das reich bebilderte Buch lebt vor allem von den vielen Briefen, in denen die Prinzessin ihren Freundinnen ihr Herz ausschüttet. Eine ebenso tragische wie schöne Liebesgeschichte, die Dagmar von Gersdorff mit Empathie, aber nie rührselig erzählt.

- Dagmar von Gersdorff: Auf der ganzen Welt nur sie. Die verbotene Liebe zwischen Elisa Radziwill und Wilhelm von Preußen. Insel Verlag, Berlin, 295 Seiten, 22, 95 Euro, ISBN 978-3-458-17579-7

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