zur Navigation springen

Literatur : Deutscher Buchpreis: Kurzbiografien der Nominierten

vom

Taxifahrer und Ingenieur: Einige der sechs Autoren, deren Romane nun für den Deutschen Buchpreis nominiert sind, kamen erst auf Umwegen zum Schreiben. Oft prägt ihre Biografie die Themen ihrer Literatur mit.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 14:11 Uhr

Mirko Bonné: Der Hamburger Schriftsteller, Jahrgang 1965, arbeitete nach dem Abitur zunächst als Buchhandelsgehilfe, Altenpflegehelfer und Taxifahrer. Anfang der 1990er Jahre begann er als Übersetzer und Journalist mit dem Schreiben. Als Autor verfasst er Lyrik und Prosa, zu seinen Lieblingsthemen gehören unter anderem die Mechanismen des Verdrängens. Bonné veröffentlicht auch den poetischen Blog «Das Gras». Seinen nominierten Roman «Nie mehr Nacht» bezeichnet er selbst als «mein Buch von der Suche nach Auswegen». Bonné eröffnet darin in einem Zusammenspiel aus Gegenwart und Vergangenheit einen Blick auf die Befreiung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg.

Reinhard Jirgl: 1953 in Ostberlin geboren, arbeitete Jirgl in der DDR zunächst als Elektromechaniker. In Abendkursen holte er das Abitur nach und studierte Elektronik. Noch während des Studiums begann er erste Prosaarbeiten. Nach dem Examen arbeitete er zunächst als Ingenieur, empfand diese Arbeit aber zunehmend als ungeliebt und setzte privat das Schreiben dagegen. Ende 1978 ging Jirgl als Beleuchtungs- und Servicetechniker an die Berliner Volksbühne und traf dort unter anderem auf den Dramatiker Heiner Müller. Jirgl begann intensiv, selbst zu schreiben, seine Manuskripte wurden aber nicht publiziert. Erst nach dem Mauerfall 1989 konnte er seine Werke veröffentlichen, 2010 erhielt er den Büchner-Preis. Sein nominierter Roman «Nichts von euch auf Erden» spielt in ferner Zukunft und beschreibt eine gierige und gewalttätige Menschheit.

Clemens Meyer: Meyer, 1977 in Halle (Saale) geboren, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman «Als wir träumten», Literaturpreise folgten. Meyer lebt bis heute in Leipzig. Auch in seinem nun nominierten Großstadtroman «Im Stein» spielen seine Erfahrungen in dieser Stadt eine Rolle. Im Buch kämpfen Prostituierte, Engel und Geschäftsmänner als Nachtgestalten um Geld, Macht und ihre Träume.

Terézia Mora: 1971 in Ungarn geboren, wuchs Mora zweisprachig auf - sie lernte ungarisch und deutsch. 1990 begann sie, in Berlin Hungarologie und Theaterwissenschaften zu studieren und ließ sich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie auch zur Drehbuchautorin ausbilden. Sie arbeitete zunächst als Übersetzerin aus dem Ungarischen. 1999 sorgte sie mit ihrem literarischen Debüt, dem Erzählungsband «Seltsame Materie», für erstes Aufsehen. In ihrem nominierten Roman «Das Ungeheuer» kommt ein Mann nicht über den Suizid seiner Frau hinweg. Trost sucht er auf einer Reise nach Ungarn und erfährt dabei, dass er vom Leben seiner Frau wenig gewusst hat. Mora lebt als freie Autorin in Berlin.

Marion Poschmann: Die Autorin, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und Berlin. 1994 ergänzte sie ihre Ausbildung um Szenisches Schreiben an der Berliner Hochschule der Künste. Später unterrichtete sie Deutsch im deutsch-polnischen Grundschulprojekt «Spotkanie» (Begegnung). Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin. In ihrem nominierten Roman «Die Sonnenposition» geht es um einen Rheinländer, der nach der Wiedervereinigung eine Stelle in einer psychiatrischen Anstalt in Ostdeutschland antritt. Seinen Patienten will er Orientierung und Trost bieten, doch er gerät selbst in die Fänge einer Schattenwelt.

Monika Zeiner: 1971 in Würzburg geboren, studierte Zeiner in Berlin und Neapel und promovierte über Liebesmelancholie im Mittelalter. Sie veröffentlichte mehrere Hörspiele und ist als «Mona Stinelli» Sängerin und Texterin der Italo-Swing-Band «marinafon». Ihr nominierter Roman «Die Ordnung der Sterne über Como» ist ihr Debüt. Er erzählt die Geschichte zweier Männer und einer Frau, die ihre Freundschaft und ihre Liebe aufs Spiel setzen. Es geht um verpasste Chancen und verspieltes Glück.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen