Literatur : Das «Literarische Quartett»: Ein Solist mit Trio

Marcel Reich-Ranicki am 28.04.2005 während der Fernsehaufzeichnung des «Literarischen Quartetts» im Kurhaus in Wiesbaden.
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Marcel Reich-Ranicki am 28.04.2005 während der Fernsehaufzeichnung des «Literarischen Quartetts» im Kurhaus in Wiesbaden.

TV-Büchersendungen gelten als spröde und genießen selten besondere Aufmerksamkeit - das «Literarische Quartett» im ZDF war eine Ausnahme.

shz.de von
18. September 2013, 17:03 Uhr

Den Erfolg verdankte die Sendung vor allem Marcel Reich-Ranicki, der daraus eine Unterhaltungsshow mit scharfen Diskussionen machte, die mitunter auch gehässig werden konnten.

Fast 14 Jahre lang war «MRR» von 1988 bis 2001 - in den Jahren 2005 und 2006 gab es noch einmal Sonderausgaben - nicht nur Moderator der Sendung, er dominierte sie auch uneingeschränkt. Vom «Solisten mit begleitendem Trio» war spöttisch die Rede. Vervollständigt wurde das Quartett durch die Kritiker Hellmuth Karasek sowie Sigrid Löffler, die zum Schluss durch Iris Radisch ersetzt wurde. Außerdem gab es stets einen wechselnden Gast. Reich-Ranicki beendete die Sendung regelmäßig mit dem abgewandelten Brecht-Zitat «Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.»

«Wir haben es oft mit infantilen Leuten unter deutschen Autoren zu tun», lautete das Fazit Reich-Ranickis im Dezember 2001 beim Finale. Von hundert Büchern sei vielleicht eines gut. Tagebücher seien «immer großer Dreck».

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