zur Navigation springen

Literatur : Bissiges Gesellschaftsporträt: Whartons «Dämmerschlaf»

vom

Die deutsche Erstausgabe von Edith Whartons Klassiker «Twilight Sleep» stammt aus dem Jahr 1931. Damals erschien der Roman unter dem Titel «Die oberen Zehntausend».

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 16:47 Uhr

Die jetzt vom Manesse Verlag herausgegebene Neuübersetzung heißt dagegen «Dämmerschlaf» und spielt damit auch auf den halbbewussten Zustand jener Damen der New Yorker Upperclass an, die hier die unrühmliche Hauptrolle spielen.

Aller materiellen Sorgen enthoben dreht sich das Leben von Pauline, Lita und Nona um Partys, Schönheitschirurgie und Hollywoodträume. Während Mutter Paulines Terminkalender mit Fitness- und Charity-Terminen nur so zupflastert ist, langweilt sich ihre schöne, aber leichtfertige Schwiegertochter Lita in ihrer jungen Ehe.

Tochter Nona wiederum leidet an einer unerfüllten Liebe. Mit ironischem Unterton zeichnet die Grand Lady der amerikanischen Literatur das wenig schmeichelhafte Porträt einer Gesellschaft, die in ihrer Oberflächlichkeit und ihrem Materialismus überraschend aktuell erscheint.

- Edith Wharton: Dämmerschlaf. Manesse Verlag, Zürich, 320 Seiten, 24,95 Euro, ISBN 978-3-7175-2172-3

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen