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Literatur : Alice Munro: Große Dame der kleinen Geschichten

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Einen einzigen Roman hat Alice Munro veröffentlicht, aber 13 Sammel-Bände mit Kurzgeschichten. In ihrem langen Schriftstellerleben hat die 82-Jährige das Genre nach Ansicht von Kritikern und Kollegen neu belebt und perfektioniert.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 17:51 Uhr

Schon lange wurde die nun mit dem Literaturnobelpreis gekrönte Königin der Kurzgeschichten, die im Sommer gerade erst erklärt hatte, dass sie «wahrscheinlich nicht mehr schreiben» werde, für die renommierte Auszeichnung gehandelt.

Munro war Spätstarterin. Ihren ersten Erzählband (deutscher Titel: «Tanz der seligen Geister») veröffentlichte sie 1968 mit fast 40 Jahren. Die freien Phasen zum Schreiben hatte die damalige Hausfrau und Mutter dem Alltag abgerungen. «Ich hatte schlicht zu wenig Zeit für das Schreiben, keine Zeit für große Würfe. Zur Kurzgeschichte fand ich also aus sehr praktischen Gründen.»

Ihre Geschichten gleichen sich und sind fast immer nahe an Munros eigenem Leben. Es geht um Frauen - um Mütter und Töchter - im kanadischen Ontario, die erwachsen werden, sich verlieben und die schönen und tragischen Seiten des Lebens kennenlernen. Munro, deren Mutter starb, als sie noch ein Kind war, lebt noch immer in Ontario und ist längst Großmutter. Ihr zweiter Mann, ein Geograf, starb im April.

Schon vor Jahren habe ihr Verleger ihr gesagt, sie sei Favoritin für den Literaturnobelpreis, erzählte Munro einmal. «Und ich wusste, wenn ich gewinne, wäre ich für eine halbe Stunde wahnsinnig glücklich, und danach würde ich denken: Was für eine Qual.» Denn Glück ist kein Preis, ist die überzeugte Calvinistin sicher - «Glück ist harte Arbeit».

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