Berlin : Linke erinnert an Liebknecht und Luxemburg – Tausende gedenken

Gedenken an die 1919 ermordeten Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht: Gregor Gysi an der Gedenkstätte auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin.
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Gedenken an die 1919 ermordeten Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht: Gregor Gysi an der Gedenkstätte auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin.

Vor fast hundert Jahren wurde ein kommunistischer Aufstand in Berlin brutal niedergeschlagen. Immer im Januar legen Linken-Politiker für die beiden prominentesten Opfer von damals Kränze und Nelken nieder.

shz.de von
14. Januar 2018, 18:12 Uhr

Berlin | 99 Jahre nach der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht haben in Berlin Tausende Menschen der beiden Kommunistenführer gedacht. Ein Gedenkmarsch führte zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde, wo die beiden begraben sind. Dort wurden Kränze und rote Nelken niedergelegt.

Traditionell gedachten auch Spitzenpolitiker der Linkspartei der ermordeten Arbeiterführer, darunter die Bundestagsfraktionschefs Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch sowie die Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger. Auch der ehemalige Parteivorsitzende Oskar Lafontaine nahm teil.

Dieses Mal jährte sich auch der Protest von Oppositionellen in der DDR bei der staatlichen Gedenkkundgebung für Luxemburg und Liebknecht zum 30. Mal. „Die Geschichte des Kommunismus ist untrennbar verbunden mit der Erinnerung an die begangenen Verbrechen und das Unrecht“, hatte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung, Anna Kaminsky, zuvor mitgeteilt.

Foto: Britta Pedersen/dpa
 

Am 17. Januar 1988 hatten Mitglieder oppositioneller Gruppen im alljährlichen Demonstrationszug Plakate mit bekannten Luxemburg-Zitaten wie „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“ gezeigt. Bei der Demonstration und an den folgenden Tagen wurden nach Angaben der Stiftung mehr als 100 Menschen verhaftet, mit hohen Gefängnisstrafen bedroht und teilweise nach Westdeutschland abgeschoben. In der DDR war der jährliche Gedenkmarsch ein Ritual unter Führung der gesamten Staats- und SED-Spitze.

Luxemburg und Liebknecht, zunächst Sozialdemokraten und später Gründungsmitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands, wurden am 15. Januar 1919 von Freikorps-Soldaten in Berlin erschossen. Ihrer Ermordung ging der blutig niedergeschlagene Spartakusaufstand voraus, mit dem die Wahl zur Nationalversammlung verhindert und eine Räterepublik errichtet werden sollte. Ein kommunistischer Revolutionsausschuss unter Liebknechts Führung hatte die Regierung des Sozialdemokraten Friedrich Ebert für abgesetzt erklärt.

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