Tourismusabgabe : Landesregierung strebt Ende der Kurtaxe an

Eintritt für den Strand: Nach dem Willen von Touristikern und Wirtschaftsminister soll das in Schleswig-Holstein bald Vergangenheit sein. Foto: grafikfoto.de
Eintritt für den Strand: Nach dem Willen von Touristikern und Wirtschaftsminister soll das in Schleswig-Holstein bald Vergangenheit sein. Foto: grafikfoto.de

Im März hat bereits der Tourismusverband Schleswig-Holstein von Plänen zum Ende der Kurtaxe gesprochen. Jetzt stößt die Idee auch auf Interesse im Landeshaus.

shz.de von
18. August 2013, 06:38 Uhr

Kiel | "Es kann keine bessere Werbung für ein Bundesland geben, als auf Kurtaxe zu verzichten." Dieser Ansicht ist Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Er will die Idee des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein nun unterstützen, die Kurtaxe in eine Tourismusabgabe umzuwandeln. Sie soll laut Lübecker Nachrichten offenbar noch in diesem Herbst vom Landtag beschlossen werden. Dann würde nicht mehr der Tourist bezahlen, sondern jeder Betrieb, der in den Küstenorten vom Tourismus profitiert.
Bis zur Umsetzung seien allerdings noch intensive Diskussionen nötig. "Wir werden nichts gegen den Willen der Branche unternehmen", versicherte Meyer. "Da ist noch ein dickes Brett zu bohren, bis wir alle Akteure im Tourismus-Bereich hinter uns haben." Ende des nächsten Monats werde sich das Kabinett zum zweiten Mal mit dem Thema befassen. Erst dann geht die Vorlage zur Abstimmung ins Parlament.
Während von Tourismus-Agenturen positive Signale kommen, gibt es beim Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) starke Bedenken. "Es geht hier meines Wissens um 40 Millionen Euro an Kurtaxe. Das müsste dann in die Zimmerpreise rein - also aufgeschlagen werden. Das ist völlig unrealistisch", sagte Peter Bartsch, Dehoga-Präsident in Schleswig-Holstein. Mit der Abschaffung der Kurtaxe gehe man "den dritten Schritt vor dem ersten. Zunächst muss eine landesweite Tourismusabgabe her, die wir befürworten."

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