Gewitter : Lage am Morgen entspannter

Zu mehr als 1200 Einsätzen sind die Feuerwehren vergangene Nacht ausgerückt. Das Unwetter, das über Schleswig-Holstein nieder ging, ist mittlerweile abgeflaut.

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08. August 2008, 02:16 Uhr

"Verletzte Personen wurden nicht gemeldet", teilt Werner Stöwer vom Landesfeuerwehrverband mit. Große Schäden blieben aus. "Im Wesentlichen handelte es sich um das Lenzen überschwemmter Strassen und vollgelaufener Keller sowie das Beseitigen umgewehter Bäume oder abgebrochener Äste", so Stöwer.
Der Unwetterschwerpunkt lag im Kreis Schleswig-Flensburg. Dort mussten die Feuerwehr weit über 600 Einsätze abarbeiten. Im Bereich Süderbrarup waren die Wehren noch bis in den späten Vormittag hinein im Einsatz.
Auch in Hamburg und Niedersachen herrschte Großalarm. Am Morgen hatte sich die Lage wieder beruhigt. "Inzwischen ist die Situation stabiler geworden", hieß es aus dem Lagezentrum der Bremer Innenbehörde.
In Hamburg, wo ein Unwetter tags zuvor besonders stark getobt hatte, meldete die Feuerwehr ebenfalls "nur noch wenige Folgeeinsätze". Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht davon aus, dass es im Laufe des Tages keine vergleichbar kräftigen Wolkenbrüche gibt wie am Donnerstag. Auch im südlichen Nordrhein-Westfalen und in der Bodensee-Region, wo am Abend ebenfalls Starkregen und Sturmböen eingesetzt hatten, normalisierte sich das Wetter.
Schleswig-Holstein: Straßen unter Wasser

"Es kommen heute wohl noch Schauer und Gewitter nach", sagte ein DWD-Meteorologe. "Sie dürften aber nicht dieselbe Intensität haben wie gestern." Allein in Hamburg musste die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge am Donnerstagabend innerhalb von zweieinhalb Stunden 220 Mal ausrücken. "Wir hatten erheblich zu tun", berichtete ein Sprecher. Zahlreiche Bäume waren umgeknickt und hatten Autos beschädigt. Im Hamburger Hafen hatte sich ein Containerschiff losgerissen und war in Richtung des Museumshafens Övelgönne getrieben. Auf der Alster kenterten mehrere Boote. Alle Segler konnten gerettet werden, einer von ihnen erlitt einen Herzinfarkt.

In Husum gingen dicke Hagelkörner nieder. In Flensburg zeigten sich die Behörden in der Nacht aber wieder guten Mutes. "Jetzt ist alles ruhig hier, das Wasser ist weg", so die Polizei.
Landwirt verletzt
In Todendorf (Kreis Stormarn) wurde ein älterer Landwirt bei Feldarbeiten von dem schweren Sommergewitter überrascht. Ein Blitz schlug in seinen Trecker und eine Mistforke ein. Der Mann wurde verletzt und kam ins Krankenhaus. Ansonsten gibt es keine besonderen Vorfälle zu vermelden: "Es gab keine größeren Ereignisse oder Personenschäden", sagt Jessica Wessel, Pressesprecherin des Landespolizeiamts Schleswig-Holstein. Auch Seenotfälle habe es nicht gegeben. Statt dessen seien aufgrund des Starkregens viele Keller übergelaufen.
Gleich zwei Gewitterfronten zogen über Nordrhein-Westfalen hinweg. Sturmböen ließen dort vielerorts Bäume umstürzen, beschädigten Autos und behinderten den Verkehr. Bielefeld wurde bereits von der ersten Gewitterwelle getroffen. Köln, das Bergische und das Oberbergische Land sowie das Sauerland litten dagegen unter der zweiten Gewitterfront am Abend. "Vor allem im Rhein-Sieg-Kreis sind etliche Keller vollgelaufen", sagte ein Feuerwehrsprecher am späten Abend.
Der Südwesten Deutschlands blieb von den Wetterextremen auch nicht verschont. Orkanartige Böen mit bis zu 111 Kilometern pro Stunde maßen die Meteorologen am Abend am Bodensee. In Konstanz wurden laut Polizei mindestens 15 Autos durch herabfallende Äste schwer beschädigt. Im Verlauf der Nacht zog das schlechte Wetter dann auch dort in Richtung Osten ab.

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