Indie-Pop : Zoe Randells Stimme bleibt Lulucs größter Trumpf

Starkes Duo: Steve Hassett und Zoe Randell sind Luluc.  
Starkes Duo: Steve Hassett und Zoe Randell sind Luluc.  

Ein Fest für eine Stimme: Der wunderbare Gesang von Zoe Randell hebt das dritte Album des australischen Indiefolk-Duos Luluc weit über den Durchschnitt.

shz.de von
01. August 2018, 08:00 Uhr

Da ist vor allem diese Stimme. Der Gesang von Zoe Randell prägt den Sound des australischen Duos Luluc und macht dessen fein gesponnene Musik im weiten Indiefolk-Feld zu etwas Besonderem.

Natürlich darf man auch die anspruchsvollen Arrangements und all die Beiträge von Multi-Instumentalist Steve Hassett nicht übersehen. Und die für eine gute internationale Vernetzung sprechenden prominenten Gäste heben «Sculptor» (Sub Pop/Cargo), das dritte Luluc-Album nach «Dear Hamlyn» (2008) und «Passerby» (2014), ebenfalls weit über den Durchschnitt. Diesmal sins Aaron Dessner (The National), J Mascis (Dinosaur Jr), Matt Eccles (Weyes Blood), Dave Nelson (Beirut) und Jim White (The Dirty Three) als helfende Hände mit an Bord.

Und doch muss man letztlich immer wieder auf diese kristallklare, ätherisch-erhabene Folk-Stimme von Zoe Randell zurückkommen, wenn man das Faszinosum der Luluc-Lieder beschreibt. Sie schwebt über den herrlichen Bläsern von «Heist», krönt die Synthie- und Orgelschwaden von «Cambridge» und toppt sogar Mascis' tolles E-Gitarrensolo von «Me And Jasper». Wenn sich Randells Gesang mit den dahinter aufgeschichteten Vocals ihres Partners Hassett vereint, fühlt man sich angesichts des puren Wohlklangs an Simon & Garfunkel erinnert - einfach himmlisch.

Schon als Luluc 2013 auf dem Live-Tribute-Album «Way To Blue: The Songs Of Nick Drake» erstmals größer ins Rampenlicht traten, hatte man das Gefühl, zwei Riesentalente entdeckt zu haben. Mit dem zweiten Album «Passerby» bestätigte sich der Eindruck, nun wird das Duo aus Melbourne beziehungsweise Brooklyn endgültig zu einer wichtigen Institution. Zusammen mit dem nicht unähnlichen «All That Reckoning» der Cowboy Junkies ragt «Sculptor» aus dem Gros der Indiefolk-Alben dieses Sommers deutlich heraus.

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