Festival in Gohrisch : Zeitlose Musik: Schostakowitsch-Tage ehren Komponisten

Die Konzert-Scheune in Gohrisch.
Die Konzert-Scheune in Gohrisch.

Der Musik von Dmitri Schostakowitsch kann man sich kaum entziehen. Der Komponist hat weltweit Fans. Seitdem es ein eigenes Festival für ihn gibt, ist ein kleiner Ort in Sachsen zur Pilgerstätte geworden.

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21. Juni 2018, 16:40 Uhr

Die Internationalen Schostakowitsch-Tage Gohrisch (Sächsische Schweiz) bleiben ihrem Ruf als musikalische Schatzgrube treu. Bei der 9. Ausgabe des Festivals gibt es von diesem Freitag bis Sonntag drei Uraufführungen und drei deutsche Erstaufführungen.

Ein Werk stammt von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) selbst, der zwei Mal zur Erholung in Gohrisch war und dort auch arbeitete.

Das Impromptu für Viola und Klavier wurde erst vor kurzem in einem Archiv in Moskau gefunden. Mit Uraufführungen sind die polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki und Krzysztof Meyer vertreten. Die Erstaufführungen betreffen Werke von Strawinsky, Mahler und Honegger, die Schostakowitsch für Klavier bearbeitet hatte.

Tobias Niederschlag, Künstlerischer Leiter des Festivals, führt das ungebremste Interesse an Schostakowitsch auf die Qualität seiner Musik zurück. «Sie hat eine starke Emotionalität und erreicht auch jene Hörer, die den historischen Kontext der Entstehungszeit vielleicht nicht so gut kennen.»

Der Musikwissenschaftler erinnert daran, dass die «Leningrader Sinfonie» des Komponisten während des Zweiten Weltkrieges in den USA ebenso wie in der Sowjetunion aufgeführt wurde. Auch später habe man seine Werke in West und Ost gespielt, als Folge des Kalten Krieges sei er im Westen aber häufig misstrauisch betrachtet worden: «Das änderte sich erst mit Erscheinen seiner Memoiren 1979. Sie halfen dabei, einen anderen Blick auf Leben und Werk Schostakowitschs zu entwickeln.»

Schostakowitsch hatte 1960 in Gohrisch sein 8. Streichquartett komponiert. Es gilt als seine persönliche Abrechnung mit Stalin und eines der zentralen Kammermusikwerke des 20. Jahrhunderts.

In Gohrisch befand sich früher ein Gästehaus des DDR-Ministerrates. Dort machten neben Staatsführern auch Künstler und Geschäftsleute Urlaub. Schostakowitsch erholte sich zwei Mal in der idyllischen Landschaft.

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