zur Navigation springen

Kunst : Wenn der Schein trügt: Glanz und Glamour in der Kunst

vom

Alles glänzt in der Kestnergesellschaft Hannover: Das Haus zeigt, wie Gegenwartskünstler wertvolle Materialien nutzen und sich den Themen Glanz, Glamour und Illusion nähern.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2013 | 13:43 Uhr

Zu sehen sind Installationen, Videoarbeiten, Skulpturen und Fotografien von 23 internationalen Künstlern, darunter Joseph Beuys, Damien Hirst sowie Andreas Gursky. Die Entdeckung des Goldschatzes von Gessel bei Bremen sei Inspiration für die Ausstellung «Der Schein» gewesen, sagte der Direktor der Kestnergesellschaft, Veit Görner. Das Landesmuseum Hannover präsentiert den wertvollen Fund aus der Bronzezeit parallel zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

In der Gegenwart verleiht das Material Gold einem Werk nicht mehr göttliche Aura. Mit ihrem vergoldeten Einkaufswagen, der sich auf einem Spiegelsockel dreht, verweist die Schweizerin Sylvie Fleury vielmehr auf die Vergötterung des Konsums. Die Goldbarren auf Thomas Demands Fotografie «Bullion» entpuppen sich bei genauem Hinsehen als Papp-Attrappen.

Die Besucher können gar nicht anders, als sich in den Werken zu spiegeln, etwa in «Narcissus Garden» von Yayoi Kusama. Die Arbeit besteht aus 800 Edelstahlkugeln. 1966 präsentierte und verkaufte die Japanerin die Kugeln erstmals während der Biennale von Venedig, um die stetige Kommerzialisierung des Kunstbetriebs zu kritisieren, die Damien Hirst dann später auf die Spitze trieb.

Sein mit mehr als 8000 Diamanten besetzter Platinschädel gilt mit einem Verkaufspreis von 50 Millionen Pfund (etwa 58,6 Millionen Euro) als das teuerste Werk eines lebenden Künstlers. In Hannover ist die Tapete «Tears of Joy Wallpaper» zu sehen, die ein von Hirst mitbegründetes Unternehmen im Internet vertreibt. Der Preis liegt bei etwa 250 Pfund (rund 293 Euro) für zehn Meter. «Hirst ist der perfekte Marketing-Künstler», sagte Heinrich Dietz, einer der drei Kuratoren von «Der Schein».

Es geht viel um Fake in der Schau, dennoch hinterlassen einige Arbeiten einen tieferen Eindruck. Der in Innsbruck geborene Künstler Oliver Laric beispielsweise spürt in seinem außergewöhnlichen Video-Essay «Versions» (2009-2012) Schein und Sein in der digitalen Bilderflut nach und zeigt, wie sich Menschen blenden lassen.

Kestnergesellschaft

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen