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Wella-Erben zahlen Honorare für Suhrkamp-Autoren

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Berlin | Die Darmstädter Unternehmerfamilie Ströher hat sich bereiterklärt, offene Autorenhonorare des insolventen Suhrkamp Verlags vorübergehend zu bezahlen. Der Verlag werde diese Zwischenfinanzierung dann an die Firma der Familie Ströher zurückerstatten, sobald es das Verfahren zulasse, sagte Suhrkamp-Sprecherin Tanja Postpischil gestern.

Schon vergangene Woche hatte Postpischil bestätigt, dass die Wella-Erbin Sylvia Ströher und ihr Mann Ulrich an einer Beteiligung an Suhrkamp interessiert sind. Am Freitag hatte auch der Deutsche Taschenbuch Verlag dtv in München offiziell sein Interesse an einem Einstieg bekundet.

Eine Beteiligung von Dritten ist nach Angaben des gerichtlich bestellten Sachwalters Rolf Rattunde erstens möglich, wenn die übrigen Gesellschafter mitmachen. Alternative wäre zweitens eine Kapitalerhöhung nach der Umsetzung des Insolvenzplans, sagte Rattunde. Die bisherigen Aktionäre - Verlags-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz und ihr Gegenspieler Hans Barlach - müssten dann keine Anteile abgeben, sondern neue Aktionäre würden das zusätzliche Kapital stellen.

"Bei Aktiengesellschaften ist eine Kapitalerhöhung relativ einfach und als Möglichkeit ist sie auch in dem Insolvenzplan vorgesehen", so Rattunde. Allerdings könne dieser Schritt erst nach der Zustimmung der Gläuberversammlung zu dem Plan erfolgen.

Vergangene Woche hatte das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg auf Antrag von Suhrkamp das Insolvenzverfahren eröffnet. Aus rechtlichen Gründen dürften bis zum Stichtag der Antragstellung aufgelaufene Forderungen erst bezahlt werden, wenn der Insolvenzplan verabschiedet und umgesetzt sei, so Post pischil. Die mit der Familie Ströher vereinbarte Lösung ermögliche es, den Autoren ihre Honorare dennoch zum gewohnten Zeitpunkt zu zahlen.

Wer das Angebot annimmt, kann allerdings nicht mehr in der Gläubigerversammlung über die geplante Umwandlung des Verlags in eine Aktiengesellschaft mitentscheiden. Seine Forderungen wären dann erfüllt, er wäre nicht mehr als Gläubiger. Die Entscheidung über die neue Verlagsform soll voraussichtlich im Oktober fallen.

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erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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