Erkundungstour : Warum erzählen? Thomas Hettche über Literatur

Der Schriftsteller setzt sich in 21 Essays mit dem Schreiben und Lesen von Texten auseinander. Er nähert sich dabei unter anderem Michel Houellebecq und Thomas Mann, Ovid und Karl Ove Knausgård.

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23. Januar 2018, 15:12 Uhr

Was ist Literatur und wie ist sie zu ergründen? Der Schriftsteller Thomas Hettche nähert sich in seinem Essayband «Unsere leeren Herzen» dem grundlegenden Sinn von Kunst. «Welche Tröstung kann Literatur unseren leeren Herzen heute noch sein?», fragt er.

In den 21 Texten begibt sich der hochgerühmte Romancier («Der Fall Arbogast», «Pfaueninsel») erneut in eine Auseinandersetzung mit dem Schreiben und dem Lesen. Wofür steht etwa noch heute der antik-mythologische Wettstreit zwischen Apoll, dem Gott der Künste, und dem Satyrn Marsyas, der am Ende gehäutet zwischen den Ästen baumelt? Oder: Welche Zukunft hat der Realismus eines Wilhelm Raabe in einer kaum mehr abbildbaren Welt?

Hettche ist ein leidenschaftlicher Autor, seine Essays eine Erkundungstour, die weiter gräbt, tiefer vorstößt und genauer hinschaut - unter anderem auf Michel Houellebecq, David Bowie, Thomas Mann, Ovid oder Karl Ove Knausgård. Und zwischendrin hinterfragt Hettche genauso seine eigene Position.

- Thomas Hettche: Unsere leeren Herzen, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 208 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3-462-05068-4.

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