Dockville Festival : Viel Musik - und eine Hütte brennt

Live-Auftritte, Kunst und Party unter dem Himmel von Wilhelmsburg: Das Dockville Festival startet am Freitag. Foto: dpa
Live-Auftritte, Kunst und Party unter dem Himmel von Wilhelmsburg: Das Dockville Festival startet am Freitag. Foto: dpa

Experimentelles auf der Elbinsel: Am Wochenende startet das fünfte Hamburger Dockville Festival. Die Veranstalter erwarten rund 20.000 Musikfreunde.

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11. August 2011, 09:01 Uhr

Hamburg | Es wird wieder spannend - soviel ist für jeden schnell erkennbar, der einen Blick auf die Internetpräsenz des Dockville Festivals wirft. Vor gerade einmal fünf Jahren war es, da versammelten sich an die 5000 experimentierfreudige Musikfreunde bei sehr mäßigem Wetter zum Debüt eines neuen Open Air Festivals auf der von jeglicher Szene abgelegenen Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg. Niemand hätte da wohl geglaubt, dass das Dockville innerhalb von so kurzer Zeit zu der jetzigen Größe heranwachsen würde.
Gut 20.000 Menschen erwarten die Veranstalter dieses Jahr, international bekannte Topacts wie die Editors, Trail Of Dead und der Bloc-Party-Sänger Kele kommen, ebenso hierzulande prominente Bands wie die legendären Punker der Goldenen Zitronen oder Kante. In den späteren Nächten locken diverse DJs die Nimmermüden in zwei Zelten zum Verweilen, ein Poetry Slam zieht sich durch alle drei Tage.
Der Schwerpunkt liegt nicht unbedingt bei den Stars
Fragt man Festival-Sprecher Jean Rehders nach seinen persönlichen musikalischen Highlights, fällt als erstes ein anderer noch nicht sehr bekannter Name: "Santigold war mein absoluter Wunsch-Headliner", erklärt er, "wir haben es über ein Jahr lang probiert, sie zu bekommen." Das besondere an dem Auftritt der zwischen Elektro und Indierock arbeitenden Amerikanerin: "Sie präsentiert ihr im September erscheinendes Album in Deutschland zuerst bei uns und ist überhaupt zum ersten Mal in Hamburg."
Es ist üblich beim Dockville, dass der Schwerpunkt nicht unbedingt bei den großen Stars liegt. "Wir haben viele unbekanntere aber vielversprechende Acts", so Rehders. Beispielsweise die kanadische Gruppe Timber Timbre, die sich dem Gothic Rockabilly Blues verschrieben hat, was auch immer das sein soll. "Die finde ich toll, leicht bluesig, melancholisch, sehr schön", beschreibt Rehders seine ersten Höreindrücke. Angetan ist er auch von einem Projekt namens Glasser, "eine Dame, die mit hypnotischen Sounds und schamanenhaften Tänzen eine tolle Stimmung erzeugt."
Das Festival wird immer grüner
Schon seit gut fünf Wochen widmen sich die Kreativen des Dockville Kunstcamps "Flaum" dem Thema sozialer Raum/Festivalraum. Unter den zu bestaunenden Arbeiten ist etwa die des Potsdamers Marc Klee, der eine frisch errichtete Holzhütte halb abfackeln lässt, um in diesem temporären Raum - vor dem vollständigen Abbrennen - künstlerische Videos zu zeigen. Der Heilbronner Künstler Evol buddelt verblüffend echt anmutende miniaturisierte Straßenschluchten mit Plattenbauten in den Erdboden.
Das Dockville-Gelände hat sich einmal mehr verändert: "Es ist jetzt viel grüner geworden", freut sich Jean Rehders, "eine schön bewachsene ehemalige Campingfläche wurde ins Festival mit einbezogen." Es gibt keine Hallen mehr, die wurden abgerissen, leider musste nach vier Jahren auch die liebevoll aus Holz gezimmerte Dorfkulisse weichen. "Dafür haben wir jetzt aber schmucke Baumhäuser im Dickicht und begehbare Nester in Lichtungen."
(was, shz)

Dockville Festival 2011: 12. bis 14. August, Informationen und Karten (auch Tagesticket/2-Tagesticket).

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