Debütroman : Verstreut in alle Winde: «Denn sie sterben jung»

In acht Episoden zeichnet Antonio Ruiz-Camachos das Schicksal einer mexikanischen Großfamilie nach.

shz.de von
21. August 2018, 18:41 Uhr

Seit langem schon wird Mexiko von Drogenkriegen, Entführungen und Morden erschüttert. Die Gewalttätigkeiten und Verbrechen sind der Hintergrund für Antonio Ruiz-Camachos berührenden Debütroman «Denn sie sterben jung».

In acht Episoden zeichnet er darin das Schicksal der reichen Familie Arteaga nach. Der Patriarch José Victoriano wird entführt. Dann tauchen eines Tages Pakete mit grausamem Inhalt auf. Das brutale Ereignis verändert das Leben der Großfamilie für immer. Die einzelnen Mitglieder werden in alle Winde zerstreut, schlagen sich im Exil in den USA oder Spanien durch. Hier beginnen sie Affären, bekommen Kinder, versuchen Fuß zu fassen in einer fremden Welt, doch die Gespenster der Vergangenheit, das Heimweh lassen sie nicht los.

Ruiz-Camacho hat einen betörend schönen, bewegenden Roman über den Verlust von Heimat und die Einsamkeit des Exils geschrieben. Die Menschen, von denen er erzählt, sind stark und mutig, verletzlich und zart zugleich.

- Antonio Ruiz-Camacho: Denn sie sterben jung. C.H. Beck, München, 205 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-406-72527-2.

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