zur Navigation springen

Gefährdete Stätten : Unesco erklärt Hebron zu Weltkulturerbe und setzt es auf Rote Liste

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Hebron und die Patriarchengräber sind nicht nur für Muslime und Juden, sondern auch für Christen heilig.

shz.de von
erstellt am 07.Jul.2017 | 16:25 Uhr

Krakau | Die Unesco hat die Altstadt von Hebron zum Weltkulturerbe erklärt und zugleich auf die Liste gefährdeter Stätten gesetzt. Dies gab das Komitee am Freitag in Krakau bekannt. Die Experten entscheiden dort bis zum 12. Juli über mehr als 30 Nominierungen. Die Welterbe-Experten gaben mit der Entscheidung zur Stadt im Westjordanland einem umstrittenen Notfallantrag der Palästinenser statt. Die Israelis reagierten empört.

Deutschland hat sich mit den Bauhausstätten in Dessau (Sachsen-Anhalt) und Bernau (Brandenburg), dem Naumburger Dom und der mittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut (Sachsen-Anhalt) sowie den Höhlen der ältesten Eiszeitkunst (Baden-Württemberg) um das Welterbe-Siegel beworben.

„Die jüdische Verbindung zu Hebron geht Tausende Jahre zurück“, sagte der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett. „Hebron (.) und die Patriarchengräber (.) sind die ältesten Kulturerbestätten unseres Volkes.“ Die Patriarchengräber sind nicht nur für Muslime und Juden, sondern auch für Christen heilig. Nach israelischen Medienberichten werden die Altstadt und die Patriarchengräber nun als „palästinensische Welterbestätten“ aufgeführt.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts lebten in Hebron sowohl Muslime als auch Juden. Bei einem Massaker 1929 tötete eine aufgebrachte Menge von Arabern insgesamt 67 Juden. Danach brachten die Briten als damalige Mandatsmacht die jüdischen Bürger aus der Stadt. Nach der Eroberung der Stadt durch israelische Truppen im Jahr 1967 kehrten religiöse Juden in die Altstadt zurück.

Hebron ist seit 1998 zweigeteilt: einen Teil kontrolliert die Palästinensische Autonomiebehörde, einen Israel. Allerdings leben in dem von Israel kontrollierten Teil 800 jüdische Siedler umringt von rund 50.000 Palästinensern. Bei einem zweiten Massaker im Jahr 1994 erschoss der Israeli Baruch Goldstein in den Patriarchengräbern 29 Palästinenser. Danach verschärfte die israelische Armee die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Siedler.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen