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Interview : Ulrich Tukur: „Man muss gelegentlich einfach mal die Sau rauslassen“

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der singende Schauspieler hat mit seiner Band Die Rhythmus Boys sein erstes Livealbum „Lebendig im Konzert: So wird’s nie wieder sein“ aufgenommen. Außerdem geht er wieder auf Tournee.

Ulrich Tukur (57) ist ein echter Tausendsassa: Er schauspielert, er schreibt, er singt. Mit seiner Band Die Rhythmus Boys hat er jetzt sein erstes Livealbum „Lebendig im Konzert: So wird’s nie wieder sein“ aufgenommen. Obendrein geht er wieder auf Tournee.

Herr Tukur, Ihr neues Bühnenprogramm heißt „Let’s misbehave“. Warum plädieren Sie denn dafür, sich daneben zu benehmen?


Weil man gelegentlich einfach mal die Sau rauslassen muss. Außerdem sehen die Rhythmus Boys und ich sehr skurril aus – wie eine Panoptikumtruppe. Mit diesem Pfund können wir wuchern. Alles, was verboten, aber gerade noch machbar ist, werden wir bei unseren Auftritten tun. Unsere Show soll frech, anarchisch und zugleich sehr komisch werden.
Was gibt es denn zu hören?
Viele angloamerikanische Nummern, vor denen wir uns bisher immer gedrückt haben. Als Deutsche wollten wir natürlich auch auf Deutsch singen. Dabei gibt es so viele tolle Jazzstandards, die wir dekonstruieren können. Wir entwickeln ganz eigenwillige Arrangements für sie: so eine Art Vaudeville.

Obendrein veröffentlichen Sie Ihr erstes Livealbum. Was empfinden Sie, wenn Sie diese Aufnahme nun auflegen?
 

Ich höre alle Fehler, die wir gemacht haben. Wo wir zu schnell gespielt haben, wo zu undynamisch. Als Erinnerung ist diese Platte allerdings charmant. Sie enthält viele Stücke, die wir zuvor noch nie aufgenommen haben.

Wie schwer fällt es Ihnen, sich von irgendwelchen Stücken zu verabschieden?


Einige Lieder kotzen einen schon nach dem fünften Mal an und fliegen dann ganz und gar aus dem Repertoire. Andere sind ewig wunderbar. „Von acht bis um acht“ hat uns 30 Jahre begleitet, es passte von der Atmosphäre her ganz genau zu unserem Klangkorpus. Erst jetzt schicken wir es in den Ruhestand.
 

Woher kommt eigentlich Ihre Leidenschaft für die Musik aus den 20er Jahren?


Ich war mit meinem Lebensgefühl nie am Puls der Zeit. Als Jugendlicher habe ich eigentlich die Beatles oder Stones nur gehört, um meinen Klassenkameraden zu gefallen. Meine wahre Liebe galt dem Jazz.

Konzerte: Sonntag, 19 Uhr, im Stadttheater Elmshorn. Vom 1. bis 4. Oktober, jeweils 20 Uhr, sowie am 5. Oktober, 19 Uhr, im Hamburger St. Pauli Theater.

 

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erstellt am 26.Sep.2014 | 08:03 Uhr

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