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Jubiläum : U2 feiern «The Joshua Tree» mit viel Vinyl

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Vor 30 Jahren haben U2 ihr Album «The Joshua Tree» veröffentlicht. Ein Meilenstein der Rockgeschichte. Zum Jubiläum gibt es ordentlich «Geschenke».

shz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 18:00 Uhr

Als U2 im Jahr 1980 ihr Debütalbum «Boy» herausbrachten, war noch nicht wirklich absehbar, wohin für Bono, The Edge, Larry Mullen und Adam Clayton die Reise gehen sollte.

Mit musikalischen Spurenelementen von Television, Velvet Underground und The Who empfahlen sich die irischen Schulfreunde zwar als verheißungsvolle Band im New-Wave-Umfeld, dass daraus aber einmal eine der größten und erfolgreichsten Gruppen der Rockgeschichte entstehen sollte, hatte wohl niemand wirklich auf dem Zettel.

Der Meilenstein ihrer Karriere wurde schließlich das Album «The Joshua Tree», das vor 30 Jahren erschien und das U2 momentan mit einer groß angelegten Tour feiern. Das einzige Deutschland-Konzert - im Berliner Olympiastadion - stand am 12. Juli auf dem Jubiläums-Programm.

Vor «The Joshua Tree» hatten sich U2 bereits einen Namen als hervorragende Live-Band gemacht, jetzt aber kam ein Werk für die Ewigkeit dazu, dass zudem mit Hits wie «With Or Without You» und «Where The Streets Have No Name» auftrumpfte. Der Run auf das Album war damals unglaublich: In London öffneten Plattenläden sogar am Sonntag, um mit dem Ansturm fertig zu werden.

«Technologisch innovativ, politisch aufgeladen, spirituell und dabei auch noch extrem Radio-tauglich», schrieb das Musikmagazin «Rolling Stone» über das Opus Magnum, das zur Freude alle Vinyl-Fans zum Jubiläum in einer überbordenden Deluxe-Box neu aufgelegt wurde. Neben dem Original-Album gibt es eine Live-Aufnahme aus dem Madison Square Garden, Remixes von Daniel Lanois oder Flood, Outtakes, B-Seiten und ein üppiges Foto-Buch von The Edge, der sich eine Menge von Anton Corbijn abgeguckt hat.

Der Hausfotografen von U2 ist ebenfalls mit einigen Farbabzügen vertreten. Corbijns Bilder haben unsere Vorstellung von U2 wesentlich mitgeprägt, auch wenn Bono sagt: «Mir war immer so, dass Anton die Songs fotografiert hat, nicht uns.»

Von ihren Anfängen haben sich U2 mit «The Joshua Tree» ordentlich entfernt. Blues, Gospel und Folk dienten den Iren jetzt als Inspiration für ihre Songs, die sich um Liebe und Verlust drehen, Hoffnung und Zuversicht - und Titel wie «Mothers Of The Disappeared» und «The Blue Sky» spiegeln Bonos Arbeit für Amnesty International wider. Auch das Engagement der USA in Mittelamerika («Bullett The Blue Sky») knüpfte sich Bono vor.

Und der Joshua Tree aus der amerikanischen Mojave-Wüste, der lange Zeit Pilgerstätte für U2-Fans war? Der ist im Jahr 2000 verdorrt. Geblieben aber ist das ikonische Cover-Bild von Anton Corbijn - ein Stillleben mit Baum und finsteren Mienen.

«Es war saukalt und wir mussten unsere Mäntel ausziehen, damit es wenigstens ein bisschen nach Wüste aussieht», erklärte Bono. «Das ist einer der Gründe, warum wir so grimmig dreinblicken.»

Website U2

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