zur Navigation springen

Abschied : Trauer um Silvia Bovenschen

vom

Sie war Wissenschaftlerin und Literatin, und galt als streitbare Feministin. Jetzt ist Silvia Bovenschen gestorben.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 15:56 Uhr

Mit Trauer hat die Berliner Akademie der Künste auf den Tod der Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen reagiert. «Mit Silvia Bovenschen ist eine der wichtigsten Schriftstellerinnen und Intellektuellen Deutschlands von uns gegangen», erklärte die Vizepräsidentin der Akademie, Kathrin Röggla, am Freitag. Bovenschen war am Mittwoch nach langer Krankheit im Alter von 71 Jahren in Berlin gestorben.

Bovenschen wurde 1946 in Point bei Waakirchen/Oberbayern geboren. In Frankfurt/Main studierte sie Literaturwissenschaft, Soziologie und Philosophie. Ihre Dissertation «Die imaginierte Weiblichkeit» wurde zu einem Standardwerk der feministischen Literatur. Einem breiten Publikum wurde sie mit dem 2006 erschienenen Buch «Älter werden» bekannt. Darin schrieb sie auch über ihr Leben mit multipler Sklerose, an der sie bereits in jungen Jahren erkrankt war.

«Immer verstand sie gedankliche Klarheit, Witz und Wissen mit einer Klugheit zu verbinden, die die Zumutung, Mensch zu sein, zu erkunden suchte», sagte Röggla. «Ihre intellektuelle Neugier reichte weit über das eigene Werk hinaus, stets suchte sie das Gespräch, die Auseinandersetzung, als streitbare Feministin wie als ästhetische Praktikerin.»

Jörg Bong, verlegerischer Geschäftsführer der S. Fischer Verlage, würdigte Bovenschen als «eine der wichtigsten Intellektuellen unserer Zeit». Sie habe eine ganze Generation von Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern, von Kritikerinnen und Kritikern tief geprägt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert