zur Navigation springen

Britische Kult-Sendung : „Top Gear“-Moderator Jeremy Clarkson von BBC suspendiert

vom

Er soll einen Produzenten geschlagen haben: Jeremy Clarkson, Moderator des Automagazins „Top Gear“ wurde suspendiert. Fans laufen Sturm gegen die Entscheidung.

shz.de von
erstellt am 11.Mär.2015 | 14:50 Uhr

London | Die BBC hat den scharfzüngigen „Top Gear“-Moderator Jeremy Clarkson vorerst vom Dienst freigestellt. Der Sender entfachte damit einen Proteststurm unter Fans der Kult-Autosendung. Der 54-Jährige hatte mit seinem derben Humor und politisch unkorrekten Sprüchen schon oft Ärger gemacht. Nun soll er einen Produzenten geschlagen haben, wie unter anderem BBC News berichtete. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst aber nicht. „Es soll vergangene Woche passiert sein, aber wurde der BBC am Montag mitgeteilt. Und am Dienstag wurde reagiert“, sagte Korrespondentin Lucy Manning. Die kommenden beiden Folgen würden nicht ausgestrahlt, vermutlich entfalle auch eine dritte Folge, die die aktuelle Staffel abgeschlossen hätte. Dass die britische BBC sich am Dienstagabend erst einmal kaltstellte, löste eine Welle der Solidarität aus. Rund 350 000 Fans unterschrieben bis zum Mittwochnachmittag eine Online-Petition, die Clarksons Rückkehr forderte.

„Top Gear“ ist eins der weltweit erfolgreichsten Automagazine im Fernsehen. Zusammen mit seinen Co-Moderatoren James May und Richard Hammond moderiert Clarkson seit 2002 die Sendung für die BBC. 167 Folgen wurden in 21 Staffeln ausgestrahlt. In Großbritannien ist die Serie ein Dauerbrenner. Wiederkehrende Elemente der Sendung sind prominente Gäste, die in einem einfachen Auto eine Runde über eine Rennstrecke absolvieren müssen. Sogenannte „Challenges“ und „Epic Races“ sind weitere Bestandteile der Sendung. Hierbei treten die Moderatoren zum Beispiel in Rennen quer durch Europa an. Die Sendung läuft im deutschen Fernsehen bei RTL Nitro und DMAX

Im vergangenen Mai hatte er von der BBC eine „letzte Warnung“ bekommen und sich entschuldigen müssen, weil er in einer nicht ausgestrahlten Aufzeichnung einen rassistischen Ausdruck genutzt hatte. Angesichts des Ärgers verhielt der Autokenner sich - für seine Verhältnisse - ruhig. Das Boulevardblatt „Sun“, für das Clarkson eine Kolumne schreibt, zitierte ihn am Mittwoch mit den Worten: „Ich trinke ein schönes, kaltes Pint und warte, bis das vorübergeht.“

Wie es mit der Sendung weitergeht bleibt offen. „Niemand sonst ist suspendiert worden“ teilt die BBC noch mit. Seinen Humor hat der Moderator nicht verloren. Auf Twitter diskutiert er mit seinen Kollegen Hammond und May darüber, was die BBC nun anstelle von „Top Gear“ ins Programm nimmt: Vielleicht eine Tier-Dokumentation „Where Eagles dare“? „Nein, Last of the Summer Wine“ schlägt Hammond vor. Den Unterschied würde eh keiner merken. „Job erledigt“, schreibt Hammond. Er habe ein paar schöne Kriegs-Dokumentationen gedreht, schreibt Clarkson. Davon könne die BBC doch jetzt mal eine senden.

Auch Clarksons Familie scheint die Aufregung mit Humor zu nehmen. „Oh Gott BBC, bitte nimm ihn zurück... Er hat angefangen zu kochen...“, schrieb Tochter Em Clarkson auf Twitter.

Fans auf Twitter fordern bereits die Rückkehr von Jeremy Clarkson. Unter dem Hashtag #BringBackClarkson (bringt Clarkson zurück) gibt es bereits tausende Tweets:

„Er mag ein Idiot sein. Aber er ist unser Idiot“, schreibt ein Twitterer.

Andere können sich „Top Gear“ nicht ohne ihn vorstellen.

„Absolut verrückt! Mich interessiert es nicht, was Jeremy Clarkson gemacht hat. Feuert lieber den TV-Produzenten,“ schreibt ein Twitterer.

Ein anderer schreibt: „Jeder der denkt, dass Clarkson ein Idiot ist, ist ein Arschloch. Dieser Mann ist eine Legende.“

[...] er mag politisch unkorrekt sein, aber er is eine Ikone der freien Meinungsäußerung“, konstatiert ein anderer Nutzer.

„Top Gear funktioniert nicht ohne Jeremy Clarkson. Die BBC macht einen großen Fehler.“

„Ach BBC, glaubt ihr wirklich, dass die Leute ihre Gebühren für etwas anderes als Top Gear bezahlen?“

Für alle Fans der Sendung: Hier ein Best-Of Jeremy Clarkson.

Neben in Großbritannien prominenten TV-Stars und -Sternchen stellte sich auch die Autobranche hinter Clarkson. „Top Gear war bisher enorm erfolgreich darin, die Automobilindustrie prominent zu machen, und wir würden uns freuen, wenn das so weitergeht“, sagte Mike Hawes, Chef des Branchenverbands Society of Motor Manufacturers and Traders.

(mit dpa)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen