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Deutscher Filmpreis 2017 : „Toni Erdmann“ räumt in Berlin sechs Lolas ab

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Die Tragikomödie räumte auch in der Königsdisziplin ab. Ein anderer Favorit ging überraschend leer aus.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2017 | 10:39 Uhr

Berlin | Die Tragikomödie „Toni Erdmann“ ist der große Gewinner beim 57. Deutschen Filmpreis. Regisseurin Maren Ade gewann bei der Lola-Gala mit ihrem Vater-Tochter-Drama die Auszeichnung für den besten Spielfilm. Bei der Preisverleihung in Berlin gingen am Freitagabend außerdem fünf weitere Lolas an die für einen Oscar nominierte Produktion.

Die Deutsche Filmakademie wählt die Gewinner der Lolas, die als wichtigste Auszeichnung für das deutsche Kino gelten. Von Til Schweiger bis Senta Berger war fast die komplette deutschsprachige Filmprominenz bei der Show im Palais am Funkturm dabei. Durch die Gala führte die Schauspielerin Jasmin Tabatabai, eine parodistische Gesangseinlage kam von Katja Riemann.

Sandra Hüller und Peter Simonischek wurden für ihre Rollen in „Toni Erdmann“ von der Deutschen Filmakademie zu den besten Schauspielern gekürt. Weitere Lolas gab es für Regie, Drehbuch und Schnitt.

In der Königsklasse Bester Spielfilm setzten sich die Regisseurinnen durch: Die Silber-Lola erhielt das Abtreibungsdrama „24 Wochen“ von Anne Zohra Berrached, Bronze holte „Wild“ von Nicolette Krebitz.

Der mit acht Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangenen Film „Die Blumen von gestern“ (Regie: Chris Kraus) mit Lars Eidinger als Holocaust-Forscher ging überraschend leer aus.

Weitere Preise gab es für Fritzi Haberlandt („Nebel im August“) und Georg Friedrich („Wild“) in der Kategorie Beste Nebenrolle. Bester Kinderfilm wurde „Auf Augenhöhe“ über einen Junge mit einem kleinwüchsigen Vater.

US-Regisseur Michael Moore („Bowling for Columbine“) wurde bei der Vorstellung der Dokumentationen per Video zugeschaltet. Er bedankte sich im Namen der Amerikaner bei den Deutschen für Donald Trump - eine ironische Anspielung auf die deutschen Wurzeln der Familie des US-Präsidenten. „Wir brauchen die Wahrheit“, sagte Moore und warb damit für die Kraft von Dokumentarfilmen. Im Doku-Gewinner „Cahier Africain“ geht es um das Schicksal misshandelter Frauen in der Zentralafrikanischen Republik.

Simon Verhoeven bekam die undotierte Lola für den besucherstärksten deutschen Film. Die Flüchtlingskomödie „Willkommen bei den Hartmanns“ sahen mehr als 3,6 Millionen Zuschauer im Kino. Auch ein weiterer Preis stand schon vorab fest: Schnittmeisterin Monika Schindler wurde für ihr Lebenswerk geehrt.

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