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Die wichtigsten Nominierungen 2016 : „Toni Erdmann“ ist großer Favorit beim Europäischen Filmpreis

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Endlich könnte wieder ein deutscher Film den Europäischen Filmpreis holen. Die Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2016 | 14:37 Uhr

Breslau | Genau zehn Jahre ist es her, dass der Europäische Filmpreis zuletzt an einen deutschen Regisseur ging. Damals gewann Florian Henckel von Donnersmarck mit dem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ die Trophäe für den besten Spielfilm. Die Preisstatue in Gestalt einer Frau in einem mit Europa-Sternen besetzten Kleid gilt als europäisches Pendant zum amerikanischen Oscar und ist in der Filmbranche heiß begehrt.

Bei der Filmpreis-Gala in Breslau (Wroclaw) geht am Samstag (20 Uhr) erneut ein deutscher Film als großer Favorit ins Rennen: Maren Ades Tragikomödie „Toni Erdmann“. Beim Filmfestival von Cannes galt das Vater-Tochter-Drama bereits als Preisanwärter - holte am Ende aber überraschend keine einzige Auszeichnung.

Jetzt hat die deutsche Oscar-Hoffnung eine neue, gleich fünffache Chance. „Toni Erdmann“ ist nicht nur als bester Europäischer Film nominiert. Die brillanten Hauptdarsteller Sandra Hüller und Peter Simonischek sind außerdem in der Auswahl als beste Schauspieler. Weitere Nominierungen gab es in den Kategorien Regie und Drehbuch.

In der Kategorie Beste Komödie ist außerdem Regisseur David Wnendt mit der Hitler-Satire „Er ist wieder da“ am Start.

Ein weiterer Deutscher kann sich Hoffnung auf den Preis als bester Schauspieler machen: Burghart Klaußner wurde für seine Rolle in Lars Kraumes Geschichtsdrama „Der Staat gegen Fritz Bauer“ nominiert.

Doch die Konkurrenz für „Toni Erdmann“ ist nicht zu unterschätzen. In Cannes wurde Ades Film über eine Karrierefrau und ihren Alt-68er-Vater von Ken Loachs Drama „Ich, Daniel Blake“ abgehängt. Loachs Film über die fatalen Folgen des britischen Sozialsystems wurde mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Insgesamt fünf Filme starten in der Königskategorie Bester Europäischer Spielfilm. Neben „Toni Erdmann“ und „Ich, Daniel Blake“ hat auch Paul Verhoevens „Elle“ (Niederlande) Chancen. Das Vergewaltigungsdrama mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle war einer der Aufreger beim diesjährigen Cannes-Festival.

Ebenfalls nominiert: Pedro Almodóvars Mutter-Tochter-Drama „Julieta“ (Spanien) und „Raum - Liebe kennt keine Grenzen“ des Iren Lenny Abrahamson, für den Hauptdarstellerin Brie Larson einen Oscar erhielt.

„Toni Erdmann“-Hauptdarstellerin Sandra Hüller konkurriert in der Kategorie beste Schauspielerin mit Isabelle Huppert („Elle“), Valeria Bruni Tedeschi („Like Crazy“), Trine Dyrholm („Die Kommune“) sowie Emma Suárez und Adriana Ugarte („Julieta“).

Bei den männlichen Darstellern sind neben Peter Simonischek („Toni Erdmann“) und Burghart Klaußner („Der Staat gegen Fritz Bauer“) auch Hugh Grant („Florence Foster Jenkins“) und Javier Cámara („Freunde fürs Leben“) am Start. Nominiert wurden in dieser Sparte außerdem Dave Johns („Ich, Daniel Blake“) und Rolf Lassgard („Ein Mann namens Ove“).

Über die Gewinner in den verschiedenen Kategorien stimmen die mehr als 3000 Mitglieder der Europäischen Filmakademie ab. Die Preise werden jedes Jahr abwechselnd in Berlin und einer anderen europäischen Stadt vergeben. Zwei Ehrenpreisträger stehen bereits fest: Ex-James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan wird in Breslau für seinen Beitrag zum Weltkino ausgezeichnet. Der französische Drehbuchautor Jean-Claude Carrière („Cyrano von Bergerac“, „Dieses obskure Objekt der Begierde“) wird für sein Lebenswerk geehrt.

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