Ausstellung in Hannover : Theaster Gates feiert mit «Black Madonna» schwarze Frauen

Theaster Gates vor seinem Werk «The Kiss» im Sprengel Museum.
Theaster Gates vor seinem Werk «The Kiss» im Sprengel Museum.

Die afroamerikanische Kultur steht im Zentrum der Arbeiten von Theaster Gates. Einblicke in sein vielfältiges Schaffen erhält man im Sprengel Museum in Hannover.

shz.de von
21. Juni 2018, 15:43 Uhr

Ihn interessiert das Verhältnis von Frauen, Kunst und Macht: In seinem vierteiligen Ausstellungsprojekt «Black Madonna» setzt sich der US-amerikanische Künstler Theaster Gates mit der Geschichte und Darstellung von Afroamerikanerinnen auseinander.

«Jederzeit waren Frauen meine Retterinnen», betonte der 44-Jährige im Sprengel Museum in Hannover. Jedoch ernteten vielfach weiße Männer die Lorbeeren, sagte er.

Theaster Gates erhält an diesem Freitag den mit 25.000 Euro dotierten Kurt-Schwitters-Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Die Schau mit Video- und Neonarbeiten, Installationen und großformatigen Drucken ist vom 23. Juni bis zum 9. September in Hannover zu sehen.

Ein weiterer Schauplatz von «Black Madonna» ist noch bis Ende Oktober das Kunstmuseum Basel. Im Herbst stellt Gates weitere Kapitel seiner Ausstellungsreihe in der Fondazione Prada in Mailand sowie im Haus der Kunst in München vor. Der US-Künstler kauft Sammlungen und Archive auf und arbeitet auch mit Fundstücken. Wichtig sind ihm spirituelle Momente, etwa bei Aufführungen seiner Band «The Black Monks of Mississippi».

«Sein zentrales Anliegen ist, die Kultur der Afroamerikaner sichtbar zu machen», sagte der Direktor des Sprengel Museums, Reinhard Spieler. Gates sei unglaublich charismatisch und habe geniale Kommunikationsfähigkeiten. Bekannt wurde der ausgebildete Keramiker und Stadtplaner auch durch Projekte in Chicago, wo er verfallene Häuserzeilen kaufte, renovierte und mit Kulturprojekten belebte.

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