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Neuer Krimi aus Kiel : Tatort Flüchtlingsheim: Borowski und das wahre Leben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kieler Marinetechnikschule ist Filmset für den Krimi „Borowski und das verlorene Mädchen“ und Flüchtlingsunterkunft. Der Tatort aus Kiel wird im kommenden Jahr ausgestrahlt.

Kiel | Eine Gruppe junger Flüchtlinge spielt im Innenhof der alten Marinetechnikschule in Kiel Fußball. Die großen Scheinwerfer, die zehn Meter entfernt stehen, interessieren sie nicht. Und auch an die zahlreichen Filmcrew-Mitglieder, die hektisch Kabel und allerlei Technikgerät über das Gelände schleppen, haben die Jugendlichen sich bereits gewöhnt. Seit Donnerstag wird dort, wo seit Oktober vergangenen Jahres rund 300 Flüchtlinge leben, der neue Kieler Tatort gedreht.

Schon seit fast 13 Jahren ermittelt Schauspieler Axel Milberg als Kieler Kommissar Klaus Borowski in der ARD-Krimireihe Tatort. Und fast genauso lange ist seine Dienststelle in den Räumen der Marinetechnikschule untergebracht. Vor einem halben Jahr hat er neue Nachbarn bekommen. Das Gebäude, in dem bis 2002 Schiffstechniker der Marine ihre Ausbildung genossen, wurde zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert. Das NDR-Filmteam musste zusammenrücken, zwei Drittel der genutzten Räumlichkeiten haben sie abgegeben. „Wir haben uns bisher sehr gut damit arrangieren können“, so Produzent Johannes Pollmann. Dabei helfe ihm vor allem, dass dieses besondere Miteinander in die Geschichte eingebaut wurde. Denn auch dort spielen Flüchtlinge eine Rolle. „Man kann bestimmt behaupten, dass kaum ein Tatort momentan näher an der Realität produziert wird als unserer. Das ist extrem spannend.“

„Borowski und das verlorene Mädchen“ heißt der neue Fall aus der Landeshauptstadt, für den das Ermittler-Duo Axel Milberg und Sibel Kekilli dieses Mal neben den Flüchtlingsdarstellern auch mit einem internationalen Star vor der Kamera steht: Jürgen Prochnow – bekannt durch den Filmklassiker „Das Boot“ – übernimmt die Rolle des Leiters der Staatsschutz-Abteilung beim LKA. Die Geschichte dreht sich um die 17-jährige Schülerin Julia (gespielt von Mala Emde), die ihren Bruder des Mordes an ihrer Mitschülerin bezichtigt. Die Leiche des Mädchens wird aus der Kieler Förde geborgen, die Kommissare tappen zunächst lange im Dunkeln. Erst als sie entdecken, dass Julia heimlich zum Islam konvertiert ist, haben sie eine Vermutung.

„Dieses Mal sind wir gleich an zwölf Drehtagen in Kiel“, erzählt Axel Milberg begeistert. Er plädiere immer dafür, so viel wie möglich in der Stadt zu filmen, in der die Geschichte auch spielt. Für den 74-jährigen Prochnow ist es schon Jahre her, dass er in der Landeshauptstadt war. Vor 45 Jahren stand er aber schon einmal für einen Kieler Tatort vor der Kamera. Warum er nach so vielen Jahren zum deutschen Krimi zurückkehrt? „Ich habe das Drehbuch gelesen und fand das Thema so interessant und aktuell. Das hat mich gereizt“, sagt er.

Nicht nur bei den Crew-Mitgliedern hat der Hollywood-Star gestern für Aufregung gesorgt. Auch Schauspielkollegin Sibel Kekilli gesteht, dass sie vor dem ersten Dreh mit ihm ein wenig nervöser als sonst war. „Den Film ‚Das Boot‘ kennt einfach jeder. Es ist toll, mit solch einem Künstler vor der Kamera zu stehen“, sagt sie.

Der Tatort „Borowski und das verlorene Mädchen“ wird im kommenden Jahr ausgestrahlt.

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erstellt am 15.Apr.2016 | 18:40 Uhr

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