Tanzen im Achteck

Haben mit Ska und Punk, Funk und Reggae einen Stil gemixt, der ihnen selbst Spaß macht: Tequila and the Sunrise Gang mit Frontmann René (vorn Mitte).
Haben mit Ska und Punk, Funk und Reggae einen Stil gemixt, der ihnen selbst Spaß macht: Tequila and the Sunrise Gang mit Frontmann René (vorn Mitte).

Die acht Musiker von Tequila and the Sunrise Gang aus Kiel sind mit neuem Album auf Tour

shz.de von
17. Mai 2018, 18:20 Uhr

Seit wenigen Wochen ist ihr neues Album raus, die Tour startete im heimatlichen Kiel in ausverkaufter Schaubude, auch in Hamburg gab es keine Karten mehr, der Schweiß tropfte von der Decke, sagen die Musiker überglücklich nach den ersten Shows. Läuft! – für die acht Jungs von Tequila and the Sunrise Gang. Im Norden sind sie das nächste Mal am 20. Mai, Pfingstsonntag, als Headliner beim Dockyard Festival in Flensburgs Norden.

„Of Pals and Hearts“ heißt Album Nummer sechs in 16 Jahren Bandgeschichte. Er sei das erste Mal auch bei den Texten sehr persönlich geworden, sagt Sänger und Schreiber René Unger, hat prompt erste Rückmeldungen von Ersthörern bekommen, die genau das empfanden.

Der Album-Titel steht auch dafür, sei eine Ode an die Freundschaft, weil es wahnsinnig wichtig sei, Freunde um sich zu haben, die einem zur Seite stehen, sagt der 35-jährige Frontmann. Außerdem sei das Album mal funkiger, mal härter, und es beinhalte den langsamsten Song, den es je im Tequila-Sound gegeben habe. Das will was heißen bei der Truppe, die mit drei Bläsern Vollgas gibt.

Keine Sorge, der Skapunk mit Bläsermelodien geht trotzdem ungebremst in die Beine. Seit neuestem ergänzt eine Orgel den Klang. Der Flensburger Jasper Grätsch bedient die Tasten und „hat viel Neues reingebracht“, sagt René Unger. Man habe die Orgel zuvor nicht vermisst – „bis zum Moment, als wir eine hatten.“

Angefangen haben Tequila and the Sunrise Gang – „als Gruppe von Freunden, für die Musik immer Dreh- und Angelpunkt war“ – in Schönberg bei Kiel, wo René herkommt. Schnell entwickelte sich der Wunsch, „was Eigenes zu machen“, berichtet der Sänger, der hauptberuflich als Grafiker arbeitet. Sie waren mal zu neunt, mal zu siebt, inzwischen sind sie zu acht, einige studieren, zwei davon Musik. Die Zahl der Musiker nennt René eine Herausforderung, musikalisch, zeitlich, was die Instrumente angeht. „Wir versuchen, jedem seine Bühne zu geben“, beschreibt der Tequila-Kopf seine „demokratische“ Band. Er bringt das Grundgerüst der Musik mit in den Probenraum, dann „gibt jeder etwas dazu“. Bei den Texten ist er eigen. „Deutsch ist einfach keine schöne Singsprache“, findet René Unger und geht noch weiter: Manche Bands hätten mehr Erfolg, wenn sie nicht auf Deutsch singen würden, findet er. Fürs Tanzen ist die Sprache nebensächlich. „Wir haben eine Musik gefunden, die wir mögen, es macht Spaß“, sagt der Frontmann und freut sich auf die kleine Tour und den Festivalsommer.

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