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Reeperbahnfestival in Hamburg : Sündige Meile feiert die Kunst

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Konzerte, Lesungen und Ausstellungen in über 70 Spielstätten: Vom 25. bis 28. September findet das Reeperbahn Festival in Hamburg statt. Unter anderen zu Gast auf der Reeperbahn: Kate Nash, James Blunt und Biry.

Hamburg | Sanfte Klänge von der Alin Coen Band aus Leipzig, schräger Indie-Rock von der Britin Anna Calvi, Pop im Stil der 50er Jahre von der Österreicherin Marla Blumenblatt, HipHop vom Londoner Ghostpoet, Elektronisches von den Dänen Efterklang, Punkrock von den Schweden Grande Roses: Das Reeperbahn Festival deckt traditionell ein breites musikalisches Spektrum ab. Schließlich wollen die Veranstalter auch vom 25. bis 28. September rund 300 vielversprechenden jungen Künstlern aus allen Bereichen eine Bühne bieten. Und zwar in mehr als 70 Spielstätten auf und um den Kiez. Ob Club, Museum oder Table Dance Etablissement – fast jede Location ist problemlos zu Fuß erreichbar. Vom Gruenspan zur Großen Freiheit läuft man in null Komma nichts, von dort braucht man höchstens fünf Minuten zum Docks. Wer unterwegs Hunger kriegt, holt sich ein Stück Pizza. Auch eine Pause in einer Bar tut manchmal gut, sonst hält man den Musikmarathon, zu dem 28 000 Besucher erwartet werden, womöglich gar nicht durch.

Dabei wäre es eine Sünde, die schrille Kate Nash mit ihrem Indie-Rockpop zu verpassen. Zu verrückt? Dann auf zu Superstar James Blunt oder Birdy, die ja beide eher dem Mainstream verpflichtet sind. Sogar Klassik-Fans werden diesmal bestens bedient – mit acht unkonventionellen Auftritten. Die Musik von Misha Mishenko zum Beispiel würde glatt als Soundtrack für die Verfilmung einer isländischen Saga funktionieren. Denn der Russe verwebt Klaviertupfer mit filigranen Streicherarrangements. Sven Helbig wiederum hat die „Pocket Symphonies“ komponiert, die er gemeinsam mit dem Fauré Quartett aufführt. Danach findet sich bestimmt noch Zeit für die Show der Hamburger Band Kettcar. Achtung: Mit dem einstigen „The Voice of Germany“-Teilnehmer Michael Schulte aus Dollerup geht auch ein Schleswig-Holsteiner an den Start.

Doch es muss ja nicht nur Musik sein. Ausstellungen, ein Comic-Battle mit der Crew des Kieler Comic-Magazins „Pure Fruit“ oder Lesungen stehen ebenfalls auf dem Programm. Jan Off, Poetry-Slam-Meister von 2001, trägt eigene Geschichten vor, die von gescheiterten Existenzen handeln, von Punkrock oder von Hamburg. Sterne-Sänger Frank Spilker liest aus seinem ersten Roman „Es interessiert mich nicht, aber das kann ich nicht beweisen“. Die beiden Künstler Bob Tooke alias DJ Bob und Manfred Kirschner zeigen in ihrer Ausstellung „Welcome to the End“ im weissraumhamburg Bilder, die ihre kritische Haltung zum Kunstbetrieb offenbaren. Obendrein planen sie eine gemeinsame Performance mit dem Duo Mireille & Matthieu.

All das ist der Öffentlichkeit zugänglich. Für die 2800 Fachbesucher gibt es obendrein Konferenzen, Vorträge und Diskussionsrunden. Sie sollen helfen, Musikschaffende weltweit zu vernetzen. Damit am Ende wieder neue Talente den Sprung in die Charts schaffen, die wie Bon Iver oder Lykke Li beim Reeperbahn Festival den Grundstein für ihre Karriere gelegt haben.

> Das Reeperbahn Festival findet vom 25. bis 28. September statt. Weitere Informationen und Karten (ab 34 Euro) unter www.reeperbahnfestival.com


 

 

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erstellt am 09.Sep.2013 | 08:00 Uhr

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