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Architektur : Stiftungsdirektor: Bauhaus Dessau wird transparenter

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Am Bauhaus Dessau öffnet am 7. Oktober die neue Besucherempfangsebene. Über das Vorhaben wurde lange diskutiert.

Außerdem wird der Bauhaus-Gast die historischen Räume in neuem Glanz und somit noch mehr Bauhausatmosphäre an authentischem Ort erleben, wie der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sagte. So werden rekonstruierte Atelierwohnungen wie die der Designerin Marianne Brandt (1893-1983) erstmals zugänglich sein. Rund 100 000 Menschen besuchen laut Oswalt jährlich das Bauhaus in Dessau-Roßlau.

Frage: Herr Professor Oswalt, bisher bekommt der Besucher im Bauhaus Dessau zum Beispiel bei Führungen viele Informationen über die Geschichte des Hauses. Einen Empfangsbereich und Verkaufsraum mit Büchern, Karten und Designstücken gibt es auch. Was ist nun völlig neu mit dem neuen Besucherzentrum?

Antwort: Wir wollen einfach mehr und mehr historische Innenräume des Bauhauses zugänglich und für den Besucher erlebbar machen. Der Gast kommt ab dem 7. Oktober im Erdgeschoss sofort in den Werkstattflügel. In der ehemaligen Tischlereiwerkstatt des Bauhauses, in der Marcel Breuer, Josef Albers und Alfred Arndt wirkten, heißen wir künftig den Gast willkommen. Es gibt viele Informationen zum Bauhausgebäude, zur Geschichte der Stadt Dessau als «Labor der Moderne» und zu ihrer Verbindung mit der wichtigsten Gestaltungshochschule des 20. Jahrhunderts. Im neuen Designshop werden neben Büchern zu Kunst und Architektur auch Stücke aktueller Designer angeboten.

Frage: Und was ist mit anderen Räumen, wird dort auch umgeräumt oder umgebaut?

Antwort: Ja, im Atelierhaus soll in zwei Wohnungen das Flair der 1920er Jahre noch authentischer erlebbar werden. Sie werden im Grundriss von der Ausstattung her originalgetreu bis ins Detail rekonstruiert. Die Wohnung, in der zum Beispiel Marianne Brandt lange gewohnt und gearbeitet hat, wird als Beispiel für die Arbeit und das Leben eines Bauhauskünstlers originalgetreu rekonstruiert und bei Führungen für alle Gäste zugänglich gemacht werden. Auch an Gertrud und Alfred Arndt sowie Anni und Josef Albers werden wir erinnern. Nebenan kann man dann Übernachtungen buchen und damit Bauhausatmosphäre selbst im Schlaf ganz nah spüren. 2014 wird auch das Direktorenzimmer von Walter Gropius komplett rekonstruiert, momentan sieht man nur einen Teil davon. Auch der einstige Gymnastikraum und die Dachterrasse werden im kommenden Jahr zu besichtigen sein.

Frage: Und was sagen die Denkmalschützer dazu?

Antwort: Das muss man alles mit sehr viel Bedacht machen, zum einen weil wir Unesco-Welterbe sind und zum anderen, weil das Bauhaus bis heute einen großen Gestaltungsanspruch besitzt. Das ist ein sehr diffiziler Prozess.

Bauhaus Dessau

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erstellt am 03.Okt.2013 | 12:17 Uhr

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