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Im Alter von 86 Jahren : Stardirigent Nikolaus Harnoncourt ist tot

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Im Dezember gab der 86-Jährige das Ende seiner aktiven Arbeit bekannt. Zeitlebens widmete er sich dem Originalklang.

Wien | Der österreichische Stardirigent und Pionier des Originalklangs Nikolaus Harnoncourt ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Sohn Philipp Harnoncourt am Sonntag. Er sei am Samstag friedlich im Kreis seiner Familie entschlafen. „Trauer und Dankbarkeit sind groß. Es war eine wunderbare Zusammenarbeit“, schrieb seine Frau Alice im Namen der Verwandten.

Österreichische Politiker würdigten den in Berlin geborenen Musiker als Künstler, der sich jahrzehntelang der Entdeckung des sogenannten Originalklangs gewidmet hatte, dem Klang der Musik zu ihrer Entstehungszeit.

„Er war ein Künstler, der Altes auf geniale Weise in die Gegenwart transportierte. Mit bahnbrechenden Interpretationen eröffnete er für das Publikum die Möglichkeit des Originalen, ohne dabei antiquiert zu wirken“, schrieb Kulturminister Josef Ostermayer in einer Stellungnahme.

„Der Tod von Nikolaus Harnoncourt bedeutet einen unersetzlichen Verlust für das österreichische und internationale Musikleben“, richtete Bundespräsident Heinz Fischer von einem Staatsbesuch in Kolumbien aus. Harnoncourt sei nie dem Zeitgeist gefolgt, sondern habe selbst Trends gesetzt, sagte Wilfried Haslauer, der Ministerpräsident von Salzburg, wo Harnoncourt mit Mozart-Interpretationen die Salzburger Festpiele mitgeprägt hatte.

Der Cellist und Dirigent hatte sich zu Beginn seiner Karriere mit seinem Ensemble Concentus Musikus auf Barockmusik konzentriert. Im Lauf der Jahrzehnte wandte er seine akribische historische Aufführungspraxis auf ein breites Repertoire an, das auch Strauß-Walzer, Jacques Offenbach und die Symphonien Anton Bruckners umfasste. Unermüdlich arbeitet Harnoncourt bis ins hohe Alter. Erst im Dezember, zu seinem 86. Geburtstag, gab er das Ende seiner aktiven Arbeit am Pult bekannt.

Mit Alice Hoffelner war er seit 1953 verheiratet und hatte vier Kinder mit ihr. Sie kümmerte sich als Konzertmeisterin seines Ensembles auch um alles Organisatorische.

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erstellt am 06.Mär.2016 | 15:15 Uhr

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