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Indierock : Spelunken-Blues: Jim Jones & The Righteous Mind

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Gute Zeiten für Fans von wahren Indierock-Berserkern: Innerhalb weniger Wochen erscheinen Alben von Boss Hog, Mark Lanegan, The Afghan Whigs - und jetzt von Jim Jones.

Wenn Jim Jones singt, dann klingt das, als habe er seinen Whiskey mit Reißzwecken gegurgelt. Der Brite ist ein brachialer Rock-Shouter, gegen den der junge Rod Stewart einst schnurrte wie ein Kätzchen.

Das war schon bei den vorherigen Projekten The Jim Jones Revue oder Thee Hypnotics so, und es setzt sich nun mit Jones' neuer Begleitband The Righteous Mind fort. «Super Natural» (Hound Gawd Records/Broken Silence) präsentiert den Sänger und Gitarristen in Hochform.

Um die zehn zwischen Voodoo-Groove, Garagen-Blues und hitzigem Rock 'n' Roll pendelnden Songs zu genießen, schadet eine Vorliebe für Nick Cave in seiner Birthday-Party- oder frühen Bad-Seeds-Phase gewiss nicht. Auch das Schaffen und die Vokal-Manierismen von Jeffrey Lee Pierce (The Gun Club), Mark Lanegan, Jon Spencer (Blues Explosion, Boss Hog) oder Greg Dulli (The Afghan Whigs) haben im Sound von Jim Jones Spuren hinterlassen.

Im Intro von «No Fool» beispielsweise muss man sich Sorgen um die Stimmbänder des Briten machen. Durchweg enorm beansprucht werden auch die Klaviertasten, von Matt Millership malträtiert, als gäbe es kein Morgen für die arme Kiste. Die düsteren Klanggemälde des Albums sind - von Jones selbst - dicht und wuchtig produziert, mit viel machomäßigem Chorgesang, dräuenden Bässen und krachigen Drums.

Auch wenn es in der zweiten Hälfte von «Super Natural» ruhigere, gar balladeske Momente gibt («Shallow Grave», «Everyone But Me»), klingt dieses mächtige Album wie der Soundtrack zu einem Trash-Horrorfilm aus einer finsteren Spelunke. Falls Robert Rodriguez mal eine Fortsetzung zu «From Dusk Till Dawn» plant, sollte er Jim Jones & The Righteous Mind den Soundtrack anvertrauen. Passt. 

Jim Jones & The Righteous Mind

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erstellt am 10.Jun.2017 | 10:14 Uhr

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