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Burgencenter in Vordingborg : Spektakulärer Raub von Wikinger-Schätzen – Mähdrescher stellt Diebe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Dänemark werden Exponate des Wikingermuseum Haithabu geraubt. Die Täter kamen nicht weit.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2017 | 10:14 Uhr

Vordingborg/Haithabu | Erleichterung auf der Schleswiger Schlossinsel und im Wikingermuseum Haithabu: Bei einem spektakulären Raubzug im dänischen Burgencenter in Vordingborg auf der Insel Seeland wurden in der Nacht zu Montag eine Kopie des berühmten Hiddenseeschmucks und sechs von neun über 1000 Jahre alte Pressformen, die den Wikingern zur Herstellung dieses Schmucks dienten, gestohlen.

Die Schmuckkopie ist eine Leihgabe des Museums Stralsund, die wesentlich wertvolleren Formen sind Leihgaben aus Haithabu. Wenige Stunden nach der Tat konnte die Polizei die Täter bereits ausfindig machen und kurz darauf auch die gestohlenen Exponate sicherstellen. „Die Formen sind von unermesslichem Wert, weil es die Originale sind. Wir sind froh, dass die dänische Polizei den Fall schnell aufklären konnte“, sagte Haithabu-Museumsleiterin Ute Drews am Montag. Das Wikingermuseum Haithabu hat dem Museum in Vordingborg für eine Ausstellung rund um den Handel der Wikinger, die noch bis Ende Oktober gezeigt wird, mehr als 1800 Exponate als Leihgaben zur Verfügung gestellt.

Die beiden Täter hatten nach Angaben des Vordingborg-Museums eine Tür des Museum aufgebrochen und waren in das Gebäude eingedrungen. Der Einbruchalarm hatte sofort eingesetzt, nur wenige Minuten später sei eine Polizeiwache beim Museumsgebäude erschienen. Die Auswertung der Bänder der Videoüberwachung des Museums habe gezeigt, dass die beiden Täter gezielt den Schaukasten mit den gestohlenen Exponaten angesteuert hätten. Die Einbrecher hätten für den Diebstahl weniger als eine Minute gebraucht und kurz darauf das Gebäude wieder verlassen, teilte das Museum mit..

Nur wenig später wurde eine Polizeistreife auf ein Fahrzeug aufmerksam, das mit hoher Geschwindigkeit über die Storstrøm-Brücke fuhr. Die rund drei Kilometer lange Brücke verbindet die dänischen Inseln Falster und Masnedø miteinander. Sie liegt südwestlich von Vordingborg.

Die Streife verfolgte das Fahrzeug, das mitten auf der Brücke hinter einem Mähdrescher stoppen musste. So konnten die Polizisten schließlich die zwei mutmaßlichen Täter verhaften. Bei einer großangelegten Suche in der Umgebung der Brücke wurden schließlich auch die gestohlenen Exponate gefunden.

Der Leiter des Burgenmuseums, Keld Møller Hansen, äußerte sich erleichtert über den schnellen Fahndungserfolg und machte gleichzeitig deutlich, dass es absolute Sicherheit nie geben kann: „Das Ausstellungsgebäude ist eines der bestgesicherten in Dänemark, aber sogar Banken sind nicht immer sicher genug, wenn die Einbrecher so professionell am Werk sind, wie es hier der Fall war. Die Diebe haben eine schwere Stahltür zerstört, um einzudringen.“ Die Sicherheitsmaßnahmen sind laut Møller Hansen noch einmal erhöht worden.

Am Montag war die Ausstellung wegen der Ermittlungen und Aufräumarbeiten geschlossen, am Dienstag aber soll sie bereits wieder für Besucher geöffnet sein.

Erst Mitte August wurden aus einem Museum im norwegischen Bergen 400 Wikinger-Exponate gestohlen. Ob die Fälle miteinander zu tun haben, ist bislang nicht bekannt.

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