«Das innere Ausland» : Spannungsreiche Annäherung in Südfrankreich

Thommie Bayer legt nach. Im Zentrum seines neuen Romans steht ein pensionierte Bahnschaffner, der mit seiner Schwester in Südfrankreich lebt. Als diese überraschend stirbt, ändert sich alles.

shz.de von
21. August 2018, 17:38 Uhr

Lebenswege sind selten gerade. Doch was die Figuren in den Romanen von Thommie Bayer («Die gefährliche Frau», «Seltene Affären») erleben, gleicht häufig einem abenteuerlichen, reichlich kurvigen Kurs.

Der Autor, der in dem kleinen Städtchen Staufen in Baden-Württemberg lebt, verwebt Innenleben und äußeres Geschehen dabei zu einer gefühlsbetonten literarischen Struktur: Im neuen Werk «Das innere Ausland» steht der pensionierte Bahnschaffner Andreas im Zentrum. Er wohnt zurückgezogen in seiner Gedankenwelt mit seiner Schwester Nina idyllisch im Süden Frankreichs. Als Nina überraschend stirbt, taucht plötzlich eine deutlich jüngere Frau auf dem Anwesen auf: Malin. Sie eröffnet ihm, dass sie Ninas Tochter ist. Die Annäherung der beiden, erzählt in Ich-Form aus der Sicht von Andreas, bildet den Kern des Romans - ergänzt um Rückblicke in die Vergangenheit der Familie mit ihren Verwicklungen und nicht gelebten Optionen.

Das Buch bezieht einen Großteil der Spannung aus der Frage, welche Art von Gefühl Andreas und Malin schließlich verbinden wird. Dass dabei auch immer wieder eine Katze durch die Geschichte streicht, werden manche Thommie-Bayer-Fans als bekanntes Element aus anderen Büchern wiedererkennen.

- Thommie Bayer: Das innere Ausland. Piper Verlag, München, 176 Seiten. 20 Euro, ISBN 978-3-492-05727-1.

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