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„Stuttgart 21“ : Sonntagabend im „Tatort“: Der Thriller zum Skandal

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Sonntagskrimi aus Stuttgart befasst sich dem Pulverfass der Emotionen „Stuttgart 21“.

shz.de von
erstellt am 21.Jun.2015 | 14:19 Uhr

Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis sich der Stuttgarter „Tatort“ mit dem Dauerskandal „Stuttgart 21“ befassen würde. Jenem visionären Bauprojekt, das eigentlich Verkehrsprobleme lösen und städtebauliche Großchancen bieten soll, das aber von den Stuttgartern mehr bekämpft als begrüßt wird.

Heute Abend ist es endlich soweit. Denn mitten hinein in dieses Pulverfass der Emotionen platziert Thriller-Krösus Niki Stein (Buch, Regie) seinen Mordfall wie eine Lunte. Schon, um zu sehen, was mit den Menschen bei der absehbaren Explosion passiert, den Politikern, Stadtplanern und Baulöwen, den Umweltaktivisten, Bürgerbewegten und selbsternannten Demokratieaposteln. Ein ehrgeiziges Unterfangen.

Sterben muss dafür der ehemalige Bau-Staatssekretär Jürgen Dillinger, der eben noch in einem Untersuchungsausschuss zum Pleiteprojekt „Gleisdreieck“, einem Nebenprojekt von „Stuttgart 21“, ausgesagt hatte und der kurz darauf beim Joggen abgeknallt wird, wie ein toller Hund. Und sterben musste auch der indische Investor des „Gleisdreiecks“, ein Hochstapler, wie sich zeigte, der irgendwann hübsch verpackt in einem Koffer auf dem Tisch unserer Kommissare Lannert und Bootz landet (Richy Müller, Felix Klare). Rasend schnell entfachen die Morde einen Flächenbrand in Politik und Medien. Ins Spiel kommen vor allem: der ehemalige Bauträger des Projektes (Thomas Thieme), ein Ex-Ministerpräsident (Ulrich Gebauer), die grüne Vorsitzende des Untersuchungsausschusses (Katja Bürkle) sowie jede Menge halbseidene Strippenzieher und ein gewissenloser Killer.
Oh ja, Niki Stein gelingt es tatsächlich, den hochbrisanten Stoff für uns Außenstehende fühlbar zu machen. Das Beste daran: Im Sog der Turbulenzen können sogar Lannert und Bootz glänzen, die sich diesmal ausschließlich um ihren Fall und nicht um ihre privaten Kinkerlitzchen kümmern dürfen.

Ein klasse „Tatort“. Mutig, hintergründig und bis zum Schluss spannend. Thriller-Herz, was willst du mehr!

„Tatort – Der Inder“, 20.15 Uhr, ARD

Wer ermittelt wann und wo? Mehr unter www.shz.de/tatort



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