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ARD-Sonntagskrimi : Sonntag im „Polizeiruf“: Entführung ohne Drama

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der „Polizeiruf“ aus Magdeburg liefert die minutiöse Geschichte einer Entführung. Kommt am Ende doch noch Spannung auf?

Magdeburg | Na, da wollen es Eoin Moore, Anika Wangard (Buch) und Jochen Alexander Freydank (Regie) heute aber spannend machen. Eine Frau hetzt am Magdeburger Elbestrand über die Steine und schreit „Kim! Kim!“ Auch Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) rennt am Ufer entlang und gelangt zuerst an jene Stelle am Fluss, wo unter einer Plastikplane eine tote junge Frau liegt.

Wir verstehen: Anja Peelitz (Christina Große) sucht und ruft nach ihrer Tochter Kim. Und wie es aussieht, nimmt diese Suche kein gutes Ende. Dann springt die Handlung zurück – „30 Stunden vorher“.

Was folgt, ist die minutiöse Geschichte einer Entführung. Kim Peelitz (Lucie Hollmann), eine 23-jährige Boutique-Verkäuferin, wird auf dem Weg zur Arbeit gekidnappt. Wenig später melden sich die Entführer und verlangen von Mutter Anja 100.000 Euro Lösegeld. Außerdem: „Keine Polizei!“

100.000 Euro? Von einer alleinstehenden Altenpflegerin? Irgendwas ist da faul. Und so klappern Brasch und Neukollege Dirk Köhler (Matthias Matschke) das Umfeld der Familie ab. Von Kims Vater bis zu Kims Kollegin (Eckhard Preuß, Anna Herrmann). Als zwei Geldübergaben scheitern, eskaliert der Fall. Erst liegt ein Finger von Kim bei Mutter Anja vor der Tür, dann eine Frauenleiche am Elbestrand. Der Kreis schließt sich.

Von wegen! Denn wenn sich dieser „Polizeiruf“ mühsam bis hierher geschleppt hat – mit allerlei Gerenne, öden Befragungen und ungelenken Rettungsmanövern –, gibt’s nun faustdicke Überraschungen.

Immerhin, da es Regisseur Freydank bis dahin eben nicht schafft, Spannung aufzubauen und auf seine Figuren zu übertragen. Michelsen und Matschke wirken wie zwei Fremdkörper, ihre gespielte Empathie für die Entführungsopfer können wir ihnen kaum abkaufen. So wenig, wie ihre Kabbeleien untereinander. Gähn!

Schon nach dem zweiten gemeinsamen Fall ist zu fragen: Passen Brasch und Köhler überhaupt zusammen? Kommt da noch was? Für das Krimi-Labor „Polizeiruf“ ist dieser Beitrag heute ein herber Rückschlag.

„Polizeiruf 110: Dünnes Eis“, 20.15 Uhr, ARD.

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erstellt am 12.Feb.2017 | 10:50 Uhr

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