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Kunst : Sexy und solide: Pariser Kunstmesse feiert 40. Geburtstag

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40 Jahre und attraktiver denn je: Zum Geburtstag der Pariser Kunstmesse FIAC sind die wichtigsten Galerien aus aller Welt gekommen.

Mitgebracht haben sie Werke von Ai Weiwei, Anish Kapoor, Damien Hirst, George Baselitz, Gerhard Richter, Yan Pei-Ming und Tadashi Kawamata - den derzeit gefragtesten Stars der zeitgenössischen Kunstszene.

Mit 184 Galerien aus 25 Ländern ist die im Pariser Grand Palais am Donnerstag eröffnete FIAC so international wie noch nie. «Ich will zeigen, dass Frankreich stark und sexy sein kann», sagte die FIAC-Direktorin Jennifer Flay.

Das war nicht immer so. Vor zehn Jahren glaubten viele, dass der 30. Geburtstag der Messe auch der letzte sei. «Man sagte den Tod der FIAC voraus. Sie hatte kein Konzept mehr und an Attraktivität verloren», erklärte Flay. Selbst sie habe auf der Messe Ende der 90er Jahre nicht mehr ausgestellt. Bevor die gebürtige Neuseeländerin im Jahr 2003 das Ruder des sinkenden Schiffes übernahm, war sie Galeristin. Deshalb wisse sie auch, dass es vor allem auf Qualität ankomme. Ein Leitmotiv, mit dem die Messe 2008 die Krise mit Bravour überstand. Sie setzte auf Klassiker der Moderne und ging gestärkt aus der Krise hervor.

Heute gehört die Foire internationale d'art contemporaine neben der Art Basel und der Londoner Frieze international zu den bedeutendsten Messen. An das Umsatzvolumen einer Art Basel komme die FIAC natürlich nicht heran, aber an das Image. «Die FIAC steht für seriöse und beständige Werte. Uns geht es um Qualität und nicht um Glamour», betonte Flay. Eine Politik, die sich auszahlt. Auf der Liste der 184 Aussteller stehen die größten Galerien weltweit. Frankreich stellt mit 54 Galerien das Gros der Händler, gefolgt von Amerika mit 33 und Deutschland mit 22 Ausstellern. So international war die FIAC noch nie.

Zum 40. Geburtstag zeigt sich Paris besonders attraktiv. Neben der sicheren Anlageform in die Klassiker der Moderne werden dieses Jahr vorwiegend Stars des zeitgenössischen Kunstmarkts ausgestellt. Damit folgt Paris dem internationalen Trend: Mit zeitgenössischer Kunst wurden laut Artprice, dem französischen Weltmarktführer für Kunstmarktinformationen, zwischen Juli 2012 und Juni 2013 erstmals innerhalb von zwölf Monaten Erlöse von mehr als einer Milliarde Euro erzielt. Ein Rekord.

So zeigt auf der bis zum Sonntag dauernden Messe die Galerie Ropac den chinesischen Künstler Yan Pei-Ming sowie Georg Baselitz - nach Gerhard Richter der am teuersten gehandelte deutsche Künstler. Neben der bunten Holzfigur und dem großformatigen schwarzen Bild, eines der jüngsten Werke von Baselitz, klebte kurz nach der Eröffnung der VIP-Vernissage am Mittwoch zwar noch kein roter Verkaufspunkt, doch zogen die Werke zahlreiche Kunstliebhaber an. Die Tauben von Yan Pei-Ming waren für 300 000 Euro bereits reserviert.

Mit einem sieben Meter hohen Baum von Ai Weiwei sorgte die Berliner Galerie Neugerriemschneider für Aufsehen. Der chinesische Konzeptkünstler hatte in Berlin für sie vor knapp zwei Jahren bereits in Südchina gesammelte Baumstämme und Äste zu monumentalen Skulpturen zusammengefügt. Einer davon wurde in Eisen gegossen und nach Paris transportiert. Nur eine Stunde nach der VIP-Vernissage gab es schon drei Reservierungen auf den «Iron tree».

Den Preis hielt der Galerist Tim Neuger geheim. Für den Kunsthändler, der zusammen mit Burkhard Riemschneider die Galerie gegründet hat, war es die erste Teilnahme an der FIAC. Was ihn zu dieser Entscheidung bewogen hat? Die Messe sei stark und elegant, wie er einem französischen Journalisten sagte. Ein schöneres Kompliment kann sich die FIAC zu ihrem 40. Geburtstag kaum wünschen.

FIAC

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erstellt am 24.Okt.2013 | 11:41 Uhr

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