„Von Liebe, Tod und Freiheit“ : Santiano mit neuem Album auf Kaperfahrt in die Charts

Santiano bringt nächste Woche ihr drittes Album „Von Liebe, Tod und Freiheit“ auf den Markt.

shz.de von
21. Mai 2015, 06:45 Uhr

Zwei Jahre hat es diesmal bis zum neuen Album gedauert – Santiano und ihre Flensburger Produzenten von Elephant Music haben sich doppelt so viel Zeit gelassen wie für den Vorgänger von 2013. Am 29. Mai erscheint „Von Liebe, Tod und Freiheit“, gestern Abend wurde das frisch gepresste Liedwerk mit Blick auf die Förde im Strandhotel Glücksburg vorgestellt. Fans können aufatmen: Am Erfolgsrezept aus rauen Männerstimmen, eingängigen Melodien und ebensolchen Rhythmen hat sich nichts geändert – echte Seesänger bleiben sich eben treu.

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Und der Erfolg gibt ihnen Recht – „sollen wir etwa das Rad jedes Mal neu erfinden?“, fragt Björn Both, Sänger und Bassist der Band. Der Erstling „Bis ans Ende der Welt“ erreichte 2012 Platz 1 der Charts und blieb sage und schreibe 149 Wochen gelistet; der Nachfolger „Mit den Gezeiten“ erreichte ebenfalls die Top-Position und blieb Monate in den Charts. 2013 und 2014 gab es zudem den Echo als beste Gruppe im Bereich Volkstümliche Musik.

Und volkstümlich im besten Sinne des Wortes ist tatsächlich die Musik dieser Boygroup aus Flensburg, die aus echten Musikern besteht, die auf der Bühne – verstärkt durch ein paar versierte Studiomusiker – tatsächlich selbst Musik machen. Mit Inbrunst und ohne sich zu verbiegen singen Björn Both und Axel Stosberg, Andreas Fahnert, Pete Sage und Hans-Timm Hinrichsen von Abenteuern auf dem Wasser, von dem Gefühl auf schwankenden Planken, von Freiheit, Sturm und Gefühlen so weit und unermesslich wie der nördliche Atlantik. Schließlich sind sie alle nicht weit von der Wasserkante aufgewachsen, kennen den Geruch von Salzwasser und Seetang aus ihrer Kindheit.

Das relativ lange Warten war eine Konsequenz des unerwarteten Erfolges. „Wir mussten den Erfolg erst einmal abarbeiten“, erklärt es ganz ohne Überheblichkeit Björn Both. Das heißt ungezählte Live-Auftritte, CD-Verkäufe, PR-Termine, Fernseh-Shows. Im Hintergrund haben Hartmut Krech und Mark Nissen, wie die fünf Mitglieder von Santiano Urgesteine der erweiterten Flensburger Rockmusik-Szene, an neuem Material gearbeitet, Songs geschrieben und Klassiker gesucht, die sich für das Lebensgefühl und den Sound eignen, den Millionen von Fans im gesamten deutschsprachigen Raum mit Santiano verbinden.

An der Wasserkante: Andreas Fahnert, Pete Sage, Björn Both, Timm Hinrichsen und Axel Stosberg (v.l.) sind Santiano.
Staudt
An der Wasserkante: Andreas Fahnert, Pete Sage, Björn Both, Timm Hinrichsen und Axel Stosberg (v.l.) sind Santiano.
 

Da wurden sie fündig beim Engländer Mike Oldfield – zur besonderen Freude von Geiger Pete Sage, der 1993 mit seinem berühmten Landsmann auf Tournee war. „To France“ hieß damals der Riesenhit, Santiano machen daraus „Lieder der Freiheit“ und damit den Opener des Albums, der – davon kann man ausgehen – die Fans wieder mitreißen wird. Für das Video reisten sie mit großem Tross nach Südafrika, wo sie ein schweres Boot mit dicken Tampen über eine Düne ziehen mussten. Erstmals gibt es bei Santiano einen Song op platt, schließlich ist es für den Schleswiger Timm Hinrichsen und den Dithmarscher Björn Both ganz selbstverständlich, eine hochdeutsche Frage einfach mal auf Platt zu beantworten. Vor allem die Älteren kennen die Ballade „Fresenhof“, mit denen in den 70ern Knut Kiesewetter viel Erfolg hatte.

Die Legende von Rungholt wird besungen, dabei werden Zeilen aus Liliencrons Gedicht „Trutz, blanke Hans“ verwendet. Pete Sages Domäne sind die fetzigen Folkrock-Nummern wie in diesem Fall „Rolling the Woodpile“; andererseits prägt seine Fiddle, oft in Kombination mit der Flöte, ganz entscheidend den besonderen Santiano-Sound.

Schon nächste Woche stehen wieder Open-Air-Termine (Halle, Dresden) auf dem Terminplan, es folgen weitere Open-Airs, u.a. in Wacken, bevor es im Herbst auf große Schweiz- und Deutschland-Tournee geht.

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