Laugwitz-Entlassung : Rowohlt-Autoren schreiben offenen Brief

Heinz Strunk gehört zu den Unterzeichnern des offenen Briefes.
Heinz Strunk gehört zu den Unterzeichnern des offenen Briefes.

Nach der überraschenden Entlassung von Rowohlt-Verlagschefin Laugwitz haben sich mehrere Autoren in einem offenen Brief empört an den Chef der Holtzbrinck-Buchverlage gewandt. Der Gescholtene kann den Ärger nachvollziehen, bleibt in der Sache aber hart.

shz.de von
13. September 2018, 08:04 Uhr

Mehrere Autoren des Rowohlt-Verlags haben die Entlassung der bisherigen Verlagschefin Barbara Laugwitz in einem offen Brief scharf kritisiert.

«Viele von uns sind verwundert über diesen Vorgang, einige entsetzt», heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben unter anderem an den Vorstandsvorsitzenden der Holtzbrinck-Buchverlage, Joerg Pfuhl.

Die Autoren, darunter Katharina Adler, Till Raether, Eugen Ruge und Heinz Strunk, betonen: «Wir sind Barbara Laugwitz für ihre Arbeit sehr dankbar und möchten das an dieser Stelle noch einmal entschieden zum Ausdruck bringen.» Die plötzliche Entlassung in Kombination mit der Unmöglichkeit, mit Laugwitz in Kontakt zu treten, empfänden sie als unverständlich und unwürdig.

Pfuhl selbst zeigte für die Verärgerung der Autoren Verständnis. «Ich nehme Ihre Sorgen und Beunruhigung sehr ernst», heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwortschreiben Pfuhls an die Autoren. Er wisse, «wie schwer es für Sie ist, unsere Beweggründe für einen Wechsel in der Verlegerischen Geschäftsführung nachzuvollziehen». Laugwitz' Erfolge als Programmmacherin seien ebenso wie ihr Einsatz für die Autoren unbestritten. Gleichwohl könne es durchaus passieren, dass es zu unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten kommen könne.

«Dass wir zum Teil unterschiedliche Vorstellungen hatten, ist angesichts der anerkannten Leistungen von Frau Laugwitz bedauerlich, Details gehören aber nicht in die Öffentlichkeit, dafür bitte ich um Ihr Verständnis», betonte Pfuhl. Dass Laugwitz zunächst nicht erreichbar gewesen sei, basiere vermutlich auf einem Missverständnis: «Es bestand eine Vertraulichkeitsregelung bis zur Veröffentlichung der Pressemitteilung. Natürlich wollten wir die Beziehung zwischen Ihnen und Frau Laugwitz nicht unterbinden.»

Der Rowohlt-Verlag hatte Ende August überraschend mitgeteilt, dass zum 1. Januar der Autor Florian Illies (47, «Generation Golf», «1913») neuer verlegerischer Geschäftsführer werde. Gemeinsam mit Peter Kraus vom Cleff, Kaufmännischer Geschäftsführer, und Jürgen Welte, Marketing- und Vertriebsgeschäftsführer, werde er den Traditionsverlag leiten und programmatisch weiterentwickeln.

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs an Pfuhl gehören neben Adler, Raether, Ruge und Strunk auch Patrick Bauer, Giulia Becker, Frau Freitag, Lucy Fricke, Jens Friebe, Nora Gantenbrink, Lena Gorelik, Leonhard Horowski, Sebastian Janata, Frl. Krise, Inger-Maria Mahlke, Thomas Melle, Bodo Mrozek, Matthias Nawrat, Florian Schroeder, Nis-Momme Stockmann, Margarete Stokowski und David Wagner.

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