60. Geburtstag : Rowan Atkinson: Mehr als nur Mr. Bean

Seine Mimik machte den Briten berühmt. Doch sein Talent nutzt der Komiker nicht nur als Mr. Bean. Eine Filmschau zum 60. Geburtstag.

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05. Januar 2015, 19:30 Uhr

Kaum ein Schauspieler ist so mit seiner Rolle verbunden wie Rowan Atkinson mit „Mr. Bean“. In einem Interview bezeichnete der Brite seine Paraderolle allerdings selbst als „kindisch“. Ist Rowan Atkinson erwachsen geworden? Am 6. Januar wird er 60 Jahre alt. Zeit für eine Filmschau - denn Rowan Atkinson ist mehr als nur Mr. Bean.

Seine Karriere begann 1979 beim britischen Fernsehen. In der BBC-Comedy-Show „Not the Nine O’Clock News“ wurden aktuelle Nachrichten in Sketch-Form aufgeführt. Das Format gewann nicht nur einen Emmy Award und den British Academy Award 1980 als „Best Light Entertainment Program“, sondern brachte auch Atkinson selbst seinen ersten British Academy Award und die Ernennung zur „BBC Personality of the Year“.

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1983 gelang Atkinson der Durchbruch im Kino. Im James-Bond-Film „Sag niemals nie“ spielte er Nigel Small-Fawcett, einen Angestellten der britischen Botschaft in Nassau, in einer skurril gestalteten Nebenrolle.

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Bis dahin war Rowan Atkinson Rowan Atkinson. Doch am Neujahrstag 1990 tauchte „Mr. Bean“ erstmals im britischen Fernsehen auf. In seiner Paraderolle stolperte er in den nächsten fünf Jahren in 14 Folgen von Sketch zu Sketch. Ob im Schwimmbad, beim Einkaufen oder beim Zahnarzt - Atkinson lässt als spießiger Jungeselle kein Fettnäpfchen aus und bringt allein durch seine Mimik das Publikum zum Lachen. Ein Best Of:

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Im deutschen Fernsehen wurde Mr. Bean zum ersten Mal 1991 im Südwest Rundfunk gezeigt. Bis 2004 strahlte die ARD die Folgen aus. 1997 und 1998 liefen die Folgen bei RTL. 1997 erschien außerdem „Bean – Der ultimative Katastrophenfilm“. Seit 2005 liegen die Senderechte in Deutschland bei Super RTL.

Durch den Erfolg mit seiner Paraderolle bekam Atkinson in der Folge weitere Rollenangebote. Dabei konnte er sich von seiner Tollpatsch-Rolle allerdings nie wirklich lösen. 1994 spielte er in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ einen unheimlich vergesslichen Pfarrer, der sich nicht einmal während des Treueschwurs die Namen des zukünftigen Ehepaares merken kann.

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2002 spielte Atkinson im Abenteuerfilm „Scooby-Doo“, dem Ableger einer populären US-Fernsehzeichentrickserie, den Bösewicht Mondavarious - auch hier bleiben Lacher nicht aus:

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2003 folgte eine weitere Nebenrolle in „Tatsächlich Liebe“. Als perfektionistischer Schmuckverkäufer treibt er Harry (Alan Rickman) in den Wahnsinn, als er für seine Geliebte ein Geschenk besorgen will, ohne dabei von seiner Frau erwischt zu werden.

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Ebenfalls 2003 war Atkinson mal wieder in einer Hauptrolle zu sehen. 20 Jahre nach seinem ersten großen Kinoauftritt im Bond-Film „Sag niemals nie“ wird er selbst zum Agenten.

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2005 folgte eine weitere Hauptrolle. In der Verfilmung von Agatha Christies Kriminalroman „Mord im Pfarrhaus“ ist Atkinson als zerstreuter Pfarrer Walter Goodfellow zu sehen. Er merkt nicht, wie seine Frau eine Affäre mit dem Golflehrer beginnt. Doch die neue Haushälterin hat eine Lösung parat.

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2007 erschien mit „Mr. Bean macht Ferien“ der zweite und letzte Bean-Film. In Interviews zum Filmstart erklärt Atkinson, er könne sich nicht vorstellen, noch einmal Mr. Bean zu spielen. „Er ist eine ikonische Figur und wie ein Comic-Held. Das war er für mich immer. In fünf Jahren aber werde ich noch älter aussehen und mit der Alterslosigkeit der Figur ist es vorbei. Dann wird Mr. Bean einfach alt aussehen, und einen alten Mr. Bean kann ich mir nicht vorstellen“, zitierte ihn die Frankfurter Rundschau. Die Leute akzeptierten Witze eher von jungen Leuten. Von älteren Menschen erwarte man, „dass Sie sich so benehmen wie es dem Alter entspricht“.

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Danach tauschte er das Filmset gegen die Theaterbühne. Er wolle sich auf ernstere Bühnenrollen konzentrieren, sagte er dem Daily Telegraph. Anfang 2009 verkörperte er Fagin im Musical „Oliver“. Danach war er nur noch einmal auf der Kinoleinwand zu sehen - erneut als Johnny English.

Seinen letzten großen öffentlichen Auftritt hatte Atkinson 2012 bei den Olympischen Spielen in London. Gemeinsam mit dem London Symphony Orchestra trat er als Musiker auf - und zwar doch wieder in der Rolle des Mr. Bean. Ganz von der Rolle lösen kann sich das Geburtstagskind wohl doch nicht lösen.

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