Theaterabend : Rosa von Praunheims Leben auf der Bühne

Rosa von Praunheim lässt sein Leben Revue passieren.
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Rosa von Praunheim lässt sein Leben Revue passieren.

Er ist Filmemacher, Künstler, Autor, Paradiesvogel - und Pionier der Schwulenbewegung. Zur (Nach-)Feier seines 75. Geburtstags wird Rosa von Praunheim ein besonderer Theaterabend gewidmet.

shz.de von
19. Januar 2018, 08:18 Uhr

«Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht» - unter diesem Titel bringt Regisseur Rosa von Praunheim sein eigenes Leben auf die Bühne.

Aus Anlass seines 75. Geburtstags erzählt der Vorreiter der Schwulenbewegung in dem Stück von Sex und Liebe, aber auch von Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteilen. Uraufführung ist am Sonntag (21. Januar) in den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin.

Die Hauptrolle für den Bühnenabend hat Ensemblemitglied Božidar Kocevski zusammen mit dem Musiker Heiner Bomhard übernommen. In der Ankündigung des Theaters heißt es: «In frech-frivolen Songs mit Titeln wie 'Kleiner Penis', 'Analverkehr' oder 'Sex After Death' wird es nicht nur um vordergründige Provokation gehen, sondern immer auch um die Verletzlichkeit und bevorstehende Endlichkeit nach 75 lebhaften Probejahren, Träume in die Realität zu verpflanzen.»

Praunheim war am 25. November 75 Jahre alt geworden. Berühmt wurde er in den 70er Jahren mit dem Film «Nicht der Schwule ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt». Die Dokumentation gilt als Initialzündung der Schwulenbewegung in Deutschland - bundesweit gründeten sich mehr als 50 Aktionsgruppen. Damals stand Sex zwischen Männern noch unter Strafe.

Insgesamt hat Praunheim rund 150 Filme gedreht, oft provokant und umstritten, oft aber auch poetisch. Neben den Schwulenthemen und dem Kampf gegen Aids spielten immer wieder auch starke Frauen eine wichtige Rolle, etwa Lotti Huber («Affengeil»), Evelyn Künneke oder Eva Mattes.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Praunheim zu seinem Geburtstag als «Ausnahmekünstler». Es sei ihm gelungen, in die gesellschaftliche Wirklichkeit einzugreifen und zum Nachdenken und Engagement anzuregen, schrieb er.

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